Wo der Roland zum Ausreißer wird : Von realistisch bis abstrakt: Künstlergruppe Pegasus stellt ihre Bilder im Rathaus aus

„Kontraste, Form und Farbe“: So nennt die Künstlergruppe Pegasus ihre Ausstellung, die bis zum 14. Januar zu sehen ist.
„Kontraste, Form und Farbe“: So nennt die Künstlergruppe Pegasus ihre Ausstellung, die bis zum 14. Januar zu sehen ist.

Die Haseldorfer Künstlergruppe Pegasus ist mit einer neuen Gemeinschaftsausstellung zu Gast im Wedeler Rathaus.

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29. November 2019, 17:00 Uhr

Wedel | Kunst im Rathaus. Maximiliane Algermissen hat den Wächter über das Wedeler Marktrecht für die Ausstellung der Haseldorfer Künstlergruppe Pegasus als Ausreißer gemalt.

Maximiliane Algermissen hat den Wedeler Roland zum Ausreißer gemacht. „Ich bin denn mal weg“, steht unter ihrem Bild.
Karl-Heinz Stolzenberg
Maximiliane Algermissen hat den Wedeler Roland zum Ausreißer gemacht. „Ich bin denn mal weg“, steht unter ihrem Bild.
 

„Ich bin denn mal weg“, schrieb sie unter ihr Bild. Dumm nur, dass der wackere Ritter noch kurz vor Beginn der Vernissage einen Arm zur Seite streckte, als wolle er nach links abbiegen. Doch die Malerin wusste sich zu helfen und brachte den Recken mit Klebeband zur Raison.

Unterschiedliche Werke

Ganz unterschiedliche Werke haben die neun Künstler aus der Marsch für ihre Schau zusammengetragen. Tierbilder sind dabei, so ein Hahn, ein Hummer, ein Hund und zwei Schweine. Ebenso Hafenanlagen und tosendes Meer, aber auch beschauliche Landschaften und nicht zuletzt recht viel Abstraktes. Einiges eben auch amüsant wie Roland, der Auskneifer.

Pegasus, das geflügelte Reittier der Künstler

Monika Bösecke vom Kulturforum eröffnete die Schau. Dann begrüßte Sven Kamin als Abgesandter des Bürgermeisters Aussteller und Gäste. Wie so oft hatte er ein Gedicht parat, Schillers „Pegasus im Joche“. Nicht von Anfang an, das wäre womöglich eine abendfüllende Lesung geworden. Kamin beschränkte sich weise auf die letzten Verse, sozusagen die Moral von der Geschichte. Da schwingt sich das geflügelte Reittier der Künstler, vom Joch der Versklavung befreit, „brausend himmelan“. Heiterer Applaus.

Die Künstlergruppe wurde Anfang der neunziger von Christiana von Knobelsdorf gegründet

Als nächstes machten zwei Haseldorfer Pegasus-Jüngerinnen, Julika Dobrinski und Elke Werner, die Vernissage-Gäste mit den Ausstellern bekannt. Die Künstlergruppe Pegasus wurde Anfang der neunziger Jahre von der Malerin und Galeristin Christiana von Knobelsdorf gegründet, erzählten sie. In deren Atelier treffen sich die Mitglieder einmal wöchentlich, um gemeinsam zu arbeiten. „Auch ist es immer wieder die gegenseitige stets wertschätzende und konstruktive Kritik, die uns anregt und Neues ausprobieren lässt“, fügen die beiden Malerinnen hinzu. Sie schließen die Beschreibung ihrer Gruppe mit einem Günter-Grass-Zitat:

Wir sind zwar ungelernte Maler – aber gelernte Künstler. Günter Grass
 

Zwei Künstler und sieben Künstlerinnen, um genau zu sein. Die fantasievolle Gestalterin Algermissen gilt als eine der Fleißigsten der Gruppe. Von Knobelsdorfs Markenzeichen sind intensive und farbenstarke Bilder. Erika Nolden arbeitet in verschiedenen Stilrichtungen. „Viel Spaß haben wir immer, wenn sie an einem Geburtstagsbild für eines ihrer Enkelkinder malt“, verraten ihre Maler-Kolleginnen. Brigitte Oehrlein hat eine Vorliebe für kleine Formate und arbeitet sehr fantasievoll mit Rosteffekten, geht die Vorstellung der Mitglieder weiter.

Der eine Mann gilt als Zeichentalent, der andere liebt Triptychons

Dann sind Männer dran. Peter Pisters gilt als Zeichentalent der Gruppe. Helmut Seyfried ist ein Liebhaber von Triptychons. „Malt er mal ein Einzelbild, sind wir besorgt“, witzeln seine Kolleginnen und Kollegen. Zwei Frauen schließen die Vorstellungsrunde ab. Monika Wolff, die gerne mit Farben und Formen experimentiert, und Werner, die in ihren Bildern alles verarbeitet, was die Natur hergibt: Treibholz, Blüten, Blätter, Wurzeln, Muscheln, Steine und Sand. Mit einer speziellen Wachstechnik lässt sie besondere Effekte entstehen.

Zu sehen sind die Arbeiten der Neun bis zum 14. Januar zu den üblichen Öffnungszeiten in allen drei Etagen des Rathauses.

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