Seit 1954 in Bewegung : Von modernem Landleben und Traditionen

Die Landfrauen beim Tanz zur diesjährigen Maibaum-Aufstellung bei der Feuerwehr Haseldorf.
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Die Landfrauen beim Tanz zur diesjährigen Maibaum-Aufstellung bei der Feuerwehr Haseldorf.

Ausflüge, Vorträge und Auftritte bei dörflichen Veranstaltungen: Die Landfrauen der Haseldorfer Marsch und Umgebung sind seit 1954 in Bewegung.

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26. Juli 2015, 11:00 Uhr

Haseldorf | Traditionspflege, Fortbildung und aktives Erleben: Das sind die drei Eckpfeiler, die sich Landfrauenvereine auf ihre Fahnen geschrieben haben. Dazu gehören für die Landfrauen der Haseldorfer Marsch und Umgebung  Ausflüge, Vorträge und Auftritte bei dörflichen Gemeinschaftsveranstaltungen wie beim Maibaumaufstellen oder dem plattdeutschen Gottesdienst zu Weihnachten.

Der 1954 gegründete Verein hat vergangenes Jahr sein 60-jähriges Bestehen gefeiert. Von den Gründungsmitgliedern sind heute noch drei Damen dabei. Dennoch sei man ein relativ junger Verein, so Inga Marckmann, die seit 2010 als Vorstandsvorsitzende den Verein begleitet. Das Durchschnittsalter der zirka 275 Mitglieder liege bei 50 Jahren, die beiden jüngsten Mitgliedsdamen seien erst Anfang 30.

Fast 20 Veranstaltungen führen die Landfrauen jährlich durch. Neben Vorträgen zu Themen wie Brandschutz im Haushalt, Recht im Alltag oder Patientenverfügung zählen auch Reisen und Ausflüge sowie Autorenlesungen und gemeinsame Frühstücksbüfetts zum festen Programm. So ging es in diesem Jahr mit dem Bus bereits nach Cornwall in Südengland, in die Künstlerkolonie Worpswede bei Bremen sowie per Fahrrad zur körperlichen Ertüchtigung entlang der Elbe bis nach Glückstadt.

Dass dabei viel organisiert werden muss, steht außer Frage. Doch die Aufgaben werden auf viele Schultern verteilt. „Wenn wir nicht so ein tolles Vorstandsteam wären, liefe das Organisieren sicher nicht so gut Hand in Hand“, sagt Angret Köhncke, die den Posten der Kassenwartin innehat. Und Birgit Tronnier, stellvertretende Vorsitzende im Verein, fügt hinzu: „Auf unseren Reisen herrscht immer so eine tolle Harmonie, dass wir jedes Mal total begeistert wieder nach Hause kommen.“

m Vereinsvorstand  engagiert: Angret Köhncke (von links), Birgit Tronnier und Inga Marckmann. (Foto: Böhling)
m Vereinsvorstand engagiert: Angret Köhncke (von links), Birgit Tronnier und Inga Marckmann. (Foto: Böhling)
 

Einmal im Monat geht es zum Frauenfilmtag nach Uetersen ins Kino. Dort kommt man mit den Landfrauen aus Holm und Nordende zu exklusiven Filmvorführungen zusammen. Regelmäßige wöchentliche Gruppentreffen zu Wassergymnastik und zu  Patchwork-Arbeiten werden angeboten. Alle 14 Tage trifft sich eine Volkstanzgruppe.

„Wir versuchen, das moderne Leben auf dem Lande mit der Pflege alter Traditionen zu verbinden“, erklärt Marckmann. Da gleicht es manchmal einem Spagat, ein ausgewogenes Programm hinzukriegen, das sowohl für die älteren als auch für jüngere Jahrgänge attraktiv ist. Keine unlösbare Aufgabe, wie die bisherige Praxis zeigt.

Gegründet: 29. November 1954 Mitglieder:  275
Vorsitzende: Inga Marckmann Adresse: Deichreihe 50, 2548 Haseldorf
Telefon: 04129-1036 E-Mail: info@landfrauen-haseldorf.de

Zum Programm gehören auch Besuche von Museen, Theatern oder Unterhaltungsstätten wie Schmidts’ Tivoli. „In Hamburg haben wir bestimmt schon jedes Musical gesehen“, berichtet Kassenwartin Köhncke mit einem Augenzwinkern und fügt hinzu, dass zum „harten Kern“ der Aktiven des Vereins so um die 50 Mitglieder zählen.

Sogar als Buchverlegerinnen waren die Landfrauen aus der Haseldorfer Marsch schon aktiv. Zwei Bücher zum Thema Essen und Trinken aus der Region haben die Damen herausgegeben und in mehrfachen Auflagen verkauft. Auch hier erfolgreich: Alle Exemplare sind verkauft. Eine weitere Neuauflage steht bisher noch aus.

Für die zweite Jahreshälfte steht das Programm der Landfrauen aus der Marsch bereits. So geht es Mitte August nach Ostfriesland und in der Adventszeit zum Weihnachtsmarkt nach Hannover. Die Autorin Karin Haß liest am 12. November auf Einladung der Frauen im Haselauer Landhaus. Und zum plattdeutschen Erntedankgottesdienst überreichen die Damen traditionsgerecht die selbst gestaltete Erntekrone. Als weiteres Vereinsziel wünscht sich Marckmann nur, dass die Gemeinschaft noch recht lange weiterbestehen möge.

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