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Das ist Michael von Abercron : Von der Waterkant zum Berggipfel

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Wer ist der Privatmann hinter dem politischen Michael von Abercron? Der Elmshorner CDU-Bundestagskandidat spricht über Werdegang und Familiäres

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erstellt am 04.Sep.2017 | 00:00 Uhr

Pinneberg | „In der jungen Union war ich nie und ich habe damals  nur aus reinem Interesse die Politikvorlesungen besucht “, erinnert sich der Kreis Pinneberger CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Bundestagswahl, Michael von Abercron, leicht süffisant an seine Jugend. „Damals“ bezieht sich auf das Jahr 1975. An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ging er nur nebenbei seine ersten politischen Schritte. Eigentlich wollte der heutige Elmshorner Medizin studieren. Doch in dem Studiengang war kein Platz mehr für ihn frei.  Nach einem Umweg über die Agrarwirtschaft, den Landtag in Kiel und das Landesumweltministerium will er nun künftig den Kreis Pinneberg im Bundestag vertreten.

Der 64-jährige verheiratete Vater zweier Töchter hat einen facettenreichen Lebensweg hinter sich: Geboren ist von Abercron in Ostholstein. Nach dem Abitur 1972 in Lübeck, absolvierte er  seinen Wehrdienst bei der Marine und wurde zum Reserveoffizier ausgebildet. „Mit dem Schulschiff bin ich damals bis nach Indonesien gesegelt“, erinnert er sich. Zwei Jahre später ging es zum besagten Studium nach Kiel.  Seine Wahl fiel schlussendlich auf Agrarwirtschaft. Die Landwirtschaft hätte ihm aufgrund des elterlichen Guts in Ostholstein schon immer gefallen, berichtet von Abercron im Gespräch mit unserer Zeitung.

Nach beruflichen Stationen bei einem Chemiekonzern in Frankfurt am Main und als Leiter der Pressestelle des Verbandes Deutscher Untersuchungs-Forschungsanstalten in Darmstadt, zog es den passionierten Antiquar zurück in den hohen Norden. Als Geschäftsführer des Wirtschaftsrates der CDU in Kiel nahm er die ersten Stufen seiner politischen Karriereleiter. Seiner Partei sei er  damals beigetreten, weil er „den Gedanken der sozialen Marktwirtschaft unterstützen wollte“.

2001 kandidierte er bei der Bürgermeisterwahl in Elmshorn

Im Jahr 2001 stellte sich von Abercron in Elmshorn zur Wahl des Bürgermeisters auf – einzig und allein der Tatsache geschuldet, dass es „keinen anderen gab“, erzählt er mit einem Lächeln im Gesicht. Die Wahl scheiterte, seinen Lebensmittelpunkt verlagerte von Abercron trotzdem in die Krückaustadt. Dort gründete er auch die Medizinfirma Medlogistic Service GmbH, der er auch heute noch als geschäftsführender Gesellschafter vorsteht.

Knapp drei Jahre später folgte er dem Ruf vom heutigen CDU-Kreisparteichef Christian von Bötticher ins Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holsteins, um dort die Büroleitung zu übernehmen. Doch 2009 ging es wieder zurück nach Elmshorn, da er bei der damaligen Landtagswahl zum Abgeordneten gewählt wurde. Von Abercron war nicht nur Vertreter seines Wahlkreises, sondern unter anderem auch als umweltpolitischer Sprecher der CDU und als Mitglied im Umweltausschuss tätig. Seit nunmehr fünf Jahren ist von Abercron im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume des Landes Schleswig-Holstein. In der Abteilung Technischer Umweltschutz, Energiewende und Klimawandel setzt er sich als Referent etwa für die Einhaltung des Pariser Klimaabkommens ein. „Wir müssen auf alternative Energien zurückgreifen“, konstatiert von Abercron. Damit vor allem auch die Kinder in einer umweltfreundlicheren Zukunft leben könnten.  Neben all dem politischen Engagement und seinem Arbeitsleben, gibt es nämlich etwas, das für von Abercron nach eigener Aussage von noch größerer Bedeutung ist, als etwas Ambitioniertes zu erreichen: sein Vaterglück. „Für mich ist es das Schönste, wenn mich meine jüngste Tochter beim Nach-Hause-Kommen freudestrahlend begrüßt“,  sagt der seit 2005 verheiratete Politiker und lächelt. Vor allem sei es für ihn schön zu sehen, dass er bei seinen fünf- und elfjährigen Töchtern mit „der nötigen Ruhe und Geduld des Alters als Elternteil agieren kann“.

Mit selbiger Ruhe bastele von Abercron außerdem an einer seiner weiteren Leidenschaften: an alten Autos. Für seinen Wahlkampf habe er sich sogar einen alten VW T1 zugelegt. „Der muss aber noch flott gemacht werden“, fügt er lachend hinzu. Ebenso gern restauriere er Möbel.

Schwer aus der besagten Ruhe zu bringen sei er bei seinen zahlreichen Aktivitäten nur selten. „Wenn, dann ist das nur schwer sichtbar und erst im Nachhinein zu erkennen“, sagt der Elmshorner schmunzelnd.

Sollte von Abercron tatsächlich die Interessen des Kreises im Bundestag vertreten, müsste er seine eigenen wohl noch weiter zurückstellen. „Für den Sport ist nur noch bedingt Zeit“, sagt er  und zieht ein wenig die Schultern dabei hoch. Verwunderlich ist das bei der Fülle an Hobbys nicht. So lese er auch gern. Zurzeit liege die Biografie Helmut Schmidts auf seinem Nachttisch. „Ich schätze ihn sehr. Vor allem aufgrund seiner  Weitsicht bei der Veränderung der globalen Machtverhältnisse“, sagt von Abercron. Der Wintersport-Fan fährt zudem nicht nur  Ski und Snowboard, er geht auch gern in den Bergen Wandern. Von Abercon fährt dazu noch Rad, geht Laufen, angelt oder paddelt mit seinem Kanu – um nur einige Akitvitäten zu erwähnen.

Begeisterung für die Berge

Die Begeisterung für die Berge würde von Abercron auch zu seinem Lieblingsort führen. Wenn er sich bei all seinen erklommenen Gipfeln entscheiden müsste, dann  sei „der Blick vom Dachstein auf den Hallstätter See“ der Schönste, sagt der Politiker nach längerem Überlegen und gerät dabei ein wenig ins Schwärmen. In Elmshorn erklimmt er hingegen nur die „grünen Berge“ am Ruderclub, um seinen schönsten Ort im Kreis Pinneberg aufzusuchen. Mitglied sei er dort zwar nicht, aber bei passender Gelegenheit würde er mit seinem Kanu „hier raus auf die Krückau kommen“. Für den Lieblingsort ist dann aber nochmal Körpereinsatz gefragt: Die Treppe rauf und kurz über den Zaun gestiegen. An grasenden Schafen vorbei über den Deich bis zu der Stelle, wo sich der strahlend blaue Himmel und die Ränder der bearbeiteten Felder treffen. „Im Hintergrund sieht man die älteren Gebäude des Kölln-Kontors“, erläutert von Abercron. Dabei lässt er den Blick über das umliegende Panorama schweifen. „Diese bringt man unverkennbar mit der Stadt Elmshorn in Verbindung.“ 

Ob Medizin, Landwirtschaft oder Politik:  Von Abercron hat auf seinem bisherigen Weg  all seine größeren Interessen verfolgen können und hat dabei, wie er sagt, auch einiges erreicht.  Und anders als bei der Studienplatzvergabe, soll im Bundestag der Platz dieses Mal, so hofft der Elmshorner zumindest, direkt für ihn frei sein. 

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