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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Oktober 2017 | 08:06 Uhr

Wedel : Von der Sinnlichkeit im Alltag

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Leiser Humor und sympathische Art: „Apfelkerne“-Autorin Katharina Hagena beschert Stadtbücherei-Besuchern unterhaltsamen Abend.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2013 | 16:00 Uhr

Dass Katharina Hagena der Schalk im Nacken sitzt, wurde den Gästen schon bei ihrer Begrüßung klar. Sie habe den „langen“ Weg von Blankenese nach Wedel gern auf sich genommen, begrüßte die Schriftstellerin („Der Geschmack von Apfelkernen“) die Anwesenden am Montagabend in der mit Apfelkörben hübsch dekorierten Stadtbücherei augenzwinkernd.

Mit leisem Humor und auf sympathische Art gelang es der Autorin von Beginn an, die etwa 80 Zuhörer für sich und die Texte aus ihrem aktuellen Roman „Vom Schlafen und Verschwinden“ zu gewinnen. Darin erzählt sie die Geschichte einer schlaflosen Schlaf-Forscherin, die sich in ihrer Erinnerung auf Ausflüge in die Kindheit und Jugend der 70er und 80er Jahre begibt. In wenigen, dafür sorgsam gewählten Worten beschrieb sie einfühlsam und mit schöner ruhiger Stimme Szenen und sinnliche Eindrücke des Alltags. So zum Beispiel das Backen eines Schichtkuchens oder das Studium von Todesanzeigen und sorgte beim Publikum damit für vergnügliches Glucksen und Schmunzeln.

Nach etwa einstündiger Lesung wandte sich die Autorin den Fragen des Publikums zu und gab ihm Einblicke in ihre Arbeits- und Gedankenwelt. Sie recherchiere sehr viel und lasse sich damit Zeit. Erst wenn sie meine, allen nötigen Stoff zusammen zu haben, widme sie sich dem Schreiben und vollziehe dies dann „in einem Stück“, so die die promovierte Germanistin. Auf die „Apfelkerne“-Verfilmung angesprochen sagte Hagena, dass Film ein geeignetes Medium sei, Menschen zu erreichen, die keine Bücher lesen. Allerdings funktioniere Film völlig anders als Bücher. Sie hätte es gern gesehen, wenn der Film in Frankreich produziert worden wäre.

Unterm Strich ein überaus unterhaltsamer Abend, der weder zum Schlafen noch zum Verschwinden anregte, sondern allen Beteiligten gut gefiel und Lust auf mehr Kontakte mit der Schriftstellerin Hagena machte.

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