Von der Milch zur Butter

Förderkreis-Chef Dieter Herrmann (rechts) und sein Team mit Manfred Hasenjäger (von links), Heidi Tauber, Rolf Reefschläger und August Kröger hoffen auf viele Besucher.
Förderkreis-Chef Dieter Herrmann (rechts) und sein Team mit Manfred Hasenjäger (von links), Heidi Tauber, Rolf Reefschläger und August Kröger hoffen auf viele Besucher.

Eine neue Sonderausstellung im Holmer Heimatmuseum gibt Einblick in die Arbeit der Landwirtschaft / Eintritt ist kostenlos

shz.de von
19. Mai 2018, 16:00 Uhr

Das Holmer Heimatmuseum lockt mit einer neuen Sonderausstellung. Bis Ende Oktober gibt es neben der umfangreichen Dauer-Schau vielerlei Gerätschaften und Texttafeln zum Thema „Von der Milch zur Butter“ zu sehen. Die Idee dazu stammt von Christa Jenke.

Damit auch Alteingesessene immer mal wieder in das schmucke Reetdachhaus an der B 431 kommen, lassen sich die Museumsmacher vom Förderkreis für Kultur und Brauchtum in der Gemeinde Holm immer wieder etwas Neues einfallen. Das Team um Förderkreis-Chef Dieter Herrmann und Museumsleiter Manfred Hasenjäger kann dabei auf einen reichen Fundus zurückgreifen.

Lange bevor in den 1950er Jahren der Werbeslogan „Milch macht müde Männer munter“ erfunden und zu einem geflügelten Wort wurde, war Milch ein wichtiges Produkt der heimischen Bauern. Im 19. Jahrhundert war die Landwirtschaft die Lebensgrundlage der Mehrheit der Bevölkerung. Das war natürlich auch in Holm nicht anders, wissen die Museumsmacher zu berichten. Tiere halfen bei der Arbeit, spendeten Wärme und lieferten Milch. Dabei sei in der Regel nur so viel Milch hergestellt worden, wie zum Eigenverzehr notwendig war. Das änderte sich erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts.

„Die Milch war das erste Lebensmittel, das industriell vermarktet wurde“, berichtet Herrmann. In Holm habe es noch nach dem Zweiten Weltkrieg 45 bis 50 Höfe gegegeben. „Fast alle hatten Kühe“, so Herrmann. Das ist heute völlig anders. Zwar sind die Wiesen weiterhin von Tieren bevölkert – allerdings von Pferden, denn Holm ist inzwischen ein Eldorado für Reiter geworden. „Heute gibt es in Holm keine Milchwirtschaft mehr“, sagt Herrmann. Bürgermeister Walter Rißler (CDU) und seine Frau Frauke waren die letzten, die bis 2008 Milchvieh hielt. Eine der Töchter hat den Hof im Herzen des Dorfes mit EU-Fördermitteln umgewidmet und einen neuen Wirtschaftszweig für sich entdeckt: den Tourismus. Im Café und Bleibe gibt es heute Kaffee und Kuchen sowie Übernachtungsangebote.

In der Ausstellung wird der Weg vom Rind zur Butter anschaulich nachgezeichnet. Zu sehen gibt es neben Melkschemel und Melkfett für die Arbeit per Hand natürlich auch die weiteren Entwicklungsstufen der Melkanlagen. Die Holmer Landwirte lieferten ihre Milch hauptsächlich nach Wedel. Die Meierei der Rolandstadt befand sich dort, wo heute das Ärztehaus am Rosengarten 5 steht. Sie bestand von 1894 bis 1964.

Nicht jeder Bauer hat seine Milch selbst zur Weiterverarbeitung fahren müssen, so Herrmann. Aus Hetlingen kam beispielsweise Bauer Markmann, der unter anderem auch die Milch seines Kollegen Körners von der Hauptstraße mitnahm. Aus Holm fuhr Bauer Heinsohn bis 1953 seine und die Milch einiger anderer Bauern noch mit Pferd und Wagen nach Wedel. Danach wurde das Pferd durch den Trecker ersetzt. Ab Ende der 1960er Jahre wurde die Milch dann von einem Milchtankwagen abgeholt. Pünktlichkeit war Trumpf: Der Milchwagen wartete nicht.

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