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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. November 2017 | 23:11 Uhr

Von der Blüte bis zum Apfelbrand

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bandreißerkate Der Kulturverein Haseldorfer Marsch lud zu Konzert, Verkostung und Ausstellungseröffnung ein

In seiner Begrüßung der Gäste zum ersten Apfelblütenkonzert in der Bandreißerkate sprach der Vorsitzende des Kulturvereins Haseldorfer Marsch, Thomas Herion, von zweimaligem Genuss, den der Abend bringen würde. Genau genommen waren es aber drei. Denn vor dem frühlingsfrischen Konzert mit der Mezzosopranistin Martina Pflughaupt und dem Pianisten Ulrich Pakusch sowie einer Verkostung edler Obstbrände in der Pause, wurde in der Galerie der alten Kate mit einer kleinen Vernissage eine Ausstellung eröffnet. Unter dem Motto „Von der Blüte bis zum Apfel“ sind die kunstvollen Apfelbilder der Kinder aus Maria Westphals Malgruppe und Werke von Teilnehmern aus Barbara Rühls Kreativwerkstatt zu bestaunen.

Der zweite Teil des sonnigen Maiabends mutete fast wie ein Privatkonzert in einem gemütlichen Wohnzimmer an. Gut gelaunt begrüßte die Hamburger Sängerin das „kleine, feine Publikum“ und startete den „Streifzug durch den Garten der Klassik“ auch gleich mit einem Abschiedslied des Winters, dem wunderbaren „Gute Nacht“ aus der „Winterreise“, die Franz Schubert 1827 ein Jahr vor seinem Tod komponierte. Weiter ging es in dem sehr abwechslungsreichen Programm mit der „Mainacht“ von Johannes Brahms (1833-1897). Pflughaupt nahm dabei mit ihrem warmen und kraftvollen Mezzosopran den ganzen Raum der Kate ein und verzauberte das Publikum von Anbeginn mit ihrer hochkonzentrierten und charmanten Vortragsweise.

So auch bei dem romantischen Gedicht „Im Lenz“ von Julius Mosen, der im Jahr 1803 im Vogtland geboren wurde. Begleitet wurde sie bei ihren Liedern einfühlsam von dem Würzburger Pianisten und Dirigenten Ulrich Pakusch. Zwischen den Arien konnte er mit mehreren Soloparts auf dem Klavier brillieren. So spielte er wundervoll das „Impromptus“ von Schubert oder temperamentvoll den „Frühlingsstimmen-Walzer“ von Johann Strauss (1825-1899). Einfach hinreißend war das „Clair de lune“ von Claude Debussy.

Der in Mecklenburg aufgewachsenen Pflughaupt, die Gesang in München und Hamburg studierte, sowie ihr darstellerisches und szenisches Handwerk an der Staatsoper in Hamburg und in Bayreuth erlernte, gelang es im Laufe des Abends, mit Liedern des Frühlings, wie von Felix Mendelssohn Bartholdy das „Lieblingsplätzchen“, mit Geschichten, Informationen und Gedichten die Zuhörer auf eine beschwingte Reise locker mitzunehmen und zu begeistern. Bei der Zugabe mit der Arie „Cherubino“ aus der Hochzeit des Figaro von Wolfgang Amadeus Mozart zeigte Pflughaupt noch einmal ihr ganzes Können und beendete überaus berührend das Konzert mit „Guten Abend, gute Nacht“, das von allen Anwesenden gemeinsam gesungen wurde.

Abgerundet wurde der Abend mit der Verkostung von Edelbränden aus der „Feingeisterei“ vom Gut Basthorst in der Nähe von Hamburg. Der staatlich geprüfte Brenner und Ehemann von Pflughaupt, Fabian Rohrwasser, stellt dort aus Obst die Geiste her. Die Gäste genossen sie.

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