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16. Theatertage Wedel : Vom Krimi bis zur Komödie

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Voller Erfolg: Fünf Bühnen präsentierten ein kurzweiliges Programm. Auch die „Impronacht“ begeisterte das Publikum.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2013 | 12:00 Uhr

Frauke Petersen, Mitte 40, ist eine ganz normale Hausfrau. Ihre Kinder sind erwachsen, ihr Ehemann gibt sich mit den abendlichen Bratkartoffeln zufrieden, und sie möchte dem ehelichen Trott entfliehen. Mit einer Freundin reist sie in den Süden und erlebt unter Griechenlands mediterraner Sonne aufregende Tage, die sie mit neuer Lebenseinstellung zurückkehren lassen. Die Aufführung des plattdeutschen Eine-Frau-Stücks „Frauke Petersen oder die Heilige Johanna der Einbauküche“ war einer von vielen Höhepunkten der Theatertage Wedel am Wochenende.

Bereits zum 16. Mal innerhalb von 30 Jahren hatte das Theater Wedel gemeinsam mit dem Landesverband der Amateurtheater Schleswig-Holstein diese Veranstaltung auf die Beine gestellt. Fünf Bühnen präsentierten den Besuchern ein kurzweiliges Programm mit Krimi, Komödie, Musical, Schauspiel und einer „Impronacht“, bei der auch das Publikum mitspielen durfte.

Vor einem halben Jahr waren alle 115 Amateurbühnen im nördlichsten Bundesland vom Landesverband angeschrieben worden, ob sie an der dreitägigen Veranstaltung teilnehmen wollten. „Da die Theatertage in die Herbstferien fielen, hatten letztlich nur fünf Bühnen zugesagt. Wir haben alle engagiert“, sagte Elke Heilsberger. Bei der Auswahl der Stücke wurde auf eine ausgewogene Mischung geachtet: „Plattdeutsch sowieso, auch mindestens ein Kinderstück sollte dabei sein.“ Die Verbandspräsidentin zollte dem Theater Wedel großes Lob: „Die Voraussetzungen mit der Bühne, einem Schminkraum, der Technik und der Bewirtung sind ideal. Und die Atmosphäre ist einfach genial.“

Der Holmer Walter Feindt war mit seiner Freundin Regine Roer, die vor wenigen Wochen aus der Pfalz nach Wedel zog, gekommen. „Wir sind öfter hier im Theater und hatten noch kurzfristig Karten erhalten“, freuten sie sich. Gestartet wurde am Freitagabend mit dem Psychokrimi „Die unterbliebenen Worte“, den die Rolandstädter Mimen inszenierten. Am Sonnabendvormittag stand „Frauke Petersen“ von der Niederdeutschen Bühne Süsel auf der Bühne, am Nachmittag führte das Theater Fabelhaft Lübeck das Kultmusical „Der kleine Horrorladen“ auf.

Kein freier Platz mehr war am Abend bei der Vorstellung der Schleswiger Speeldeel zu bekommen. In der plattdeutschen Komödie „Rünner to’n Fluss“ führt das Schicksal die Powerfrau Anke und den biederen Beamten Karsten auf einem Campingplatz in Südfrankreich zusammen – zwei gegensätzliche Menschen, die sich herrlich komische Dialoge lieferten. Im traditionellen Mitternachtsprogramm „Impronacht“ erhielt das Publikum Gelegenheit, als Stichwortgeber oder Mime frei zu improvisieren – ein Spaß mit viel Situationskomik. Gestern Vormittag stand der John-Steinbeck-Klassiker „Von Mäusen und Menschen“ mit dem Musischen Forum Bargteheide auf dem Programm.

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