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Wedel-Schulauer Tageblatt

20. September 2017 | 11:32 Uhr

Völkerverständigung mit Bällen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Friedenscup 19 Mannschaften kämpften nicht nur um sportliche Ziele / Mehr als 4000 Euro an Spenden eingenommen

Auf die Frage, ob der Wunsch nach unwandelbaren Freundschaften und ewigem Frieden zwischen allen Völkern nur Träume wären, fand der deutsche Journalist, Literatur- und Theaterkritiker Carl Ludwig Börne (1786-1837) eine hoffnungsvolle Antwort. „Nein, der Hass und Krieg sind Träume, aus denen man einst erwachen wird“, heißt es in einem Zitat des Wegbereiters der literarischen Kritik in Deutschland. Wie Völkerverständigung, Toleranz und friedliches Miteinander ganz einfach funktionieren können, zeigt sich alljährlich in der Wedeler Steinberghalle, wenn mehr als 250 Jugendliche unterschiedlichster Herkunft um den Friedenscup kämpfen. Ein Fußballturnier, bei dem der wichtigste Gewinner bereits vor dem Anpfiff fest steht: die Menschlichkeit.

Seit 15 Jahren hat die integrative Veranstaltung zu Pfingsten ihren festen Platz im Terminkalender der Rolandstadt.

Dieses Mal folgten 19 Fußballteams dem Aufruf von Organisator Ardil Semih Inak. Der 27-Jährige hatte die ehrenamtliche Aufgabe vor rund sechs Jahren von seinem Vater Hüseyin, dem Gründer des Wedeler Friedenscups, übernommen.

Ob „Peace United“, „Victorious AllStars“, „Natural Born Kickers Hessen“ (NKB) oder unter dem Namen „Junge Krokodile“ gemeinsam als ein Team angetretenen Jusos- und Junge-Union Mitglieder: Unter den teilnehmenden Gruppen gab es auch drei reine Flüchtlingsmannschaften aus Wedel und Rellingen.

Neben dem sportlichen Kräftemessen galt es natürlich auch, klare Botschaften an die von nah und fern angereisten Teilnehmer und Zuschauer zu übertragen: „Kein Mensch ist illegal“, „Kicken für den Frieden“ oder „Gegen Rassismus und Sexismus“ waren nur einige der Themen, die bereits am Freitag im Rahmen eines Workshops bei einem „Come-together-Abend“ in der neuen Aula des Johann-Rist-Gymnasiums (JRG) diskutiert wurden.

Ehe es dann „Kick-off“ in der Steinberghalle hieß, bildeten alle Teilnehmer traditionell einen großen Kreis, aus dem heraus sie das „Peace-Symbol“ – das Friedenszeichen – formten und den Toten aller Kriege gedachten.

Nach zwei spannenden und schweißtreibenden Fußballtagen stand Pfingstsonntag schließlich fest: Sportlicher Turniersieger wurde Dank eines 3  :  2-Finalerfolges nach Elfmeterschießen über NBK der „1. FC Gosse“. Zum fairsten Team wurde die Mannschaft „Anstoß für Menschlichkeit“ aus Bielefeld gewählt, deren Spieler mehrfach zu Gunsten des Gegners den Schiedsrichter auf dessen Fehlentscheidungen hingewiesen hatten. Erfolgreichste Wedeler Abordnung wurde das Flüchtlingsteam „We are one“ mit dem vierten Platz.

„Alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen unterschiedlicher Nationalitäten und Religionen sind hier fried- und respektvoll miteinander umgegangen“, lobte Mario Mangel (19) aus Darmstadt den Friedenscup.

Meryem Inak freute sich darüber, dass durch Spendeneingänge, Startgelder und Essensverkauf mehr als 4000 Euro eingenommen werden konnten. Das Geld wird dem Friedensdorf International in Oberhausen zu Gute kommen.


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