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„Wedel Nord“ : Visionen für 800 neue Wohnungen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Städtebauwettbewerb „Wedel Nord“ ist entschieden: „Grüne Vernetzung“ mit fünf Quartieren zwischen Steinberg und Aschopstwiete überzeugt.

shz.de von
erstellt am 30.Apr.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Der Städtebau-Wettbewerb „Wedel Nord“ ist entschieden. Die Stadt hat drei Preisträger gekürt. Sieger ist eine Planer-Gemeinschaft aus Hamburg und Norderstedt mit ihrem Entwurf „Grüne Vernetzung für Wedel“. Er zeigt Visionen für eine quartiersweise Entwicklung von zirka 800 Wohneinheiten im Altstadtnorden auf 40 Hektar Bauland auf. Eine Voraussetzung ist die mindestens teilweise Realisierung der Nordumfahrung.

Die Vision vom neuen Stadtteil zwischen Holmer Straße und Steinberg nimmt Formen an – zumindest auf den Bildschirmen und dem Papier. 53 Hektar Fläche, davon gut 40 potenziell zu bebauen mit Einfamilien-, Reihen-, Geschosswohnhäusern, die auch neue Wohnformen berücksichtigen, insgesamt mit 30 Prozent gefördertem Wohnungsbau. Dazu Kita, Grundschule, Nahversorger und viel Grün. Das Ganze verkehrlich dezentral erschlossen, innen vernetzt vor allem durch Rad- und Fußwege: 28 Gruppen aus Architekten und Ingenieuren haben sich mit diesen Vorgaben dem städtebaulich-landschaftsplanerischen Ideenwettbewerb der Stadt gestellt. Insbesondere in der Endphase auf „sehr hohen Niveau“, wie Architekt Matthias Baum den Teilnehmern bescheinigte. Der Stadtplaner hatte den Wettbewerb betreut, in den Wedel mit Landesförderung 160.000 Euro gesteckt hat.

Drei Entwürfe wurden prämiert und Mittwochabend vor rund 200 interessierten Bürgern vorgestellt. „Grüne Vernetzung für Wedel“, so der Titel des Siegerentwurfs von Planern aus Hamburg und Norderstedt. Charakteristisch sind Grünzüge, die einzelne Quartiere im Gesamtgebiet trennen wie auch verbinden und Richtung Süden Abstand schaffen zur bestehenden Bebauung im Bereich Lülanden. An den Grünkorridoren sehen die Planer den Geschosswohnungsbau angesiedelt als Ausgleich für fehlende Gärten.

 

Der Entwurf markiert fünf Bauabschnitte, zu entwickeln von Süden nach Norden. Im Süden siedeln die Architekten Schule, Kita und Nahversorgung an. Erschlossen wird das Gebiet von außen, Durchgangs- und Querverkehr gibt es nicht. Die Quartiere selbst gliedern sich in „Wohnhöfe“, die eine grüne räumliche und soziale Verbindung für jeweils etwa 30 Wohneinheiten bilden sollen. „Ein robustes, tolles Ideenkonzept mit klaren Formen, dass es weiter zu vertiefen gilt“, so Karl-Heinz Grass, Stadtplaner in Wedels Verwaltung.

 

 Während der Drittplatzierte auf eine „Grüne Welle“ als markantes verbindendes Element von zehn Einzel-Quartieren setzte, sieht der zweite Sieger ebenso wie der Wettbewerbsgewinner fünf neue Quartiere entstehen – „Fief Stücken Wedel“. Leitidee: Mit Blick auf die dörflichen Strukturen der Umgebung sollen hier Dorf-Qualitäten in städtischen Maßstab übersetzt werden. Bedeutet fünf kleine „Dörfer“ mit eigener Mitte als Visitenkarte des jeweiligen Quartiers. Dort finden sich markante Mehrfamilien-Komplexe, die auch neue Wohnformen zulassen sollen. Alle Teilnehmer-Entwürfe stellt das Rathaus bis Mitte Mai aus.

 

 Doch ob Vernetzung, kleine Dörfer oder grüne Welle: „Das, was sie hier sehen, ist nicht das, was dort tatsächlich gebaut wird“, stellte Wedels Bürgermeister Niels Schmidt schon eingangs der Präsentation klar. Weder er noch Grass wollten Zeiträume nennen, in denen Wedel Nord tatsächlich realisiert werden könnte. Die Architekten zumindest sprachen von zehn bis 15 Jahren. Klar ist: Schon in der kommenden Woche wird der Planungsausschuss eine Arbeitsgruppe bilden, um das Thema weiter Richtung B-Plan zu forcieren. Erst mit einer Bauleitplanung könnten Investoren auf die Grundstücksbesitzer zugehen und Verkaufsverhandlungen führen, so Schmidt.

 Eben hier liegt eine der großen Herausforderungen für die Planung: Das Areal gehört einer Vielzahl von Eignern, die alle oder zumindest in großen Gemeinschaften an einen Projektentwickler verkaufen müssten, damit eine Planung in so großem Maßstab funktioniert. Laut Schmidt gibt es indes sowohl bereits interessierte Investoren als auch die Verkaufsbereitschaft auf Eigentümerseite.

Zweite großer Herausforderung: die Erschließung. Wie Grass bestätigte, muss dafür die Nordumfahrung zumindest in Teilen realisiert werden. Gegebenenfalls eben als Erschließungsstraße, finanziert von den Grundstückseignern (wir berichteten). Auch in diese Richtung laufen bereits Gespräche.

  1. „Grüne Vernetzung für Wedel“: Architektencontor Agather-Bielenberg (Hamburg), Rave+Oschkinat (Norderstedt), Schoppe+Partner Freiraumplanung (Hamburg), Waack+Dähn Ingenieurbüro (Norderstedt).
  2. „Fief Stücken Wedel“: Arge Cappel+Kranzhoff Stadtentwicklung und Planung sowie Düsterhöft Architektur und Stadtplanung (Hamburg), Schaper+Steffen+Runtsch, Garten- und Landschaftsarchitekten (Hamburg).
  3. „Grüne Welle Wedel“: IRS Stadt+Raum (Haan), Willi Landers Architekt (Düsseldorf), Zietz Landschaftsarchitekten (Düsseldorf), Leinfelder Ingenieur (Haan).
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