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Wedel : Vierte Revival-Party der Aktion Jugendclub in der Villa

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

AJC: Der alte Geist lebt weiter, 150 Besuchern kamen. Ausstellung zeigt alte Fotos und Filme.

shz.de von
erstellt am 16.Mär.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Aktion Jugendclub (AJC) – der Name der Initiative steht für selbstverwaltete Jugendarbeit in der Rolandstadt. Ins Leben gerufen wurde die Inititative 1971. Die Aktion gibt es nicht mehr, aber ihr Geist, der einst die Jugendlichen vereinte, lebt weiter. Jedenfalls in den Revival-Partys, die von ehemaligen AJC-Aktiven seit 2000 alle fünf Jahre auf die Beine gestellt werden. Am Wochenende wurde die vierte Auflage der Sause in der Villa gefeiert. Etwa 150 Besucher waren gekommen, um alte Weggefährten zu treffen, Freundschaften aufzufrischen und in Erinnerungen zu schwelgen.

Klaus Hester-Lischke (57), Marion Lück (59), Gunnar Martin (58) und Thomas Schuld (56) gehörten dazu. Sie waren in den Anfängen des AJC mit dabei und gründeten vor zwei Jahren den „Tidenhub Wedel“, eine Initiative, die die Idee des Jugendclubs weitertragen will. Das Quartett organisierte bisher Veranstaltungen wie eine Dichterlesung und eine 70er-Jahre-Rockparty. In diesem Jahr soll ein Live-Konzert mit der Gruppe „Alcatraz“, die bereits zu AJC-Zeiten die Villa rockte, organisiert werden.

Die ehemaligen AJCler erinnerten sich nur allzu gut an die Anfänge der Initiative. 1971 hatte sich ein halbes Dutzend Jugendliche zur Aktion Jugendclub zusammengefunden. Die Gruppe, die schnell auf 130 junge Leute heranwuchs, traf sich in der damaligen Gaststätte „Scharpe Eck“ an der Spitzerdorfstraße. In Wedel gab es zu der Zeit lediglich ein viel zu kleines Jugendheim. Das geplante Jugendzentrum an der Bekstraße sollte frühestens in fünf Jahren fertig sein. „Dann sind wir keine Jugendlichen mehr. Es gibt gegenwärtig in Wedel keine Möglichkeit, seine Freizeit ohne festgelegte Programme und Gleichaltrigen zu verbringen“, wurde Michael Kewitz, einer der Initiatoren, in der Ausgabe des Wedel-Schulauer Tageblatts vom 15. Mai 1971 zitiert.

Der AJC hatte Erfolg

Nach einer Zelt-Demonstration vor dem Rathaus stellte die Politik 1972 die Räume der ehemaligen Feuerwache an der Pinneberger Straße zur Verfügung. Ein Jahr danach musste das Gebäude wegen Überfüllung erstmals geschlossen werden. Zudem beschwerten sich Nachbarn über den Lärm. Ein Planungsrat mit Jugendlichen, Politikern, Verwaltungsmitarbeitern und Pädagogen sollte die Situation für Jugendliche in Wedel analysieren und dazu Verbesserungsvorschläge erarbeiten.

1978 wurde ein Gutachten vorgelegt mit dem Vorschlag, die damalige Villa Heinsohn für die neue Jugendarbeit herzurichten. Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten wurde das Gebäude 1982 bezogen und war fünf Jahre Domizil des AJC. „1987 kamen aber immer weniger Jugendliche, die sich für unsere Idee einer selbstverwalteten Jugendarbeit interessierten“, erinnerte sich Marion Lück. Die Villa wurde von hauptamtlichen Mitarbeitern geführt und später von der Kinder- und Jugendhilfe-Organisation Miko übernommen.

Zur Revival-Party hatten die Organisatoren im Obergeschoss der Villa Stellwände mit Fotos und Pressedokumentationen aus den Anfängen des AJC aufgestellt. Zudem wurden Filme von früheren Veranstaltungen gezeigt. Die weiteste Anreise unter den Besuchern hatte Andreas Groß hinter sich: Der 59-Jährige war mit Ehefrau Telse und Hündin „Theta“ aus der Schweiz in die Rolandstadt gekommen. „Wir hatten in der Jugendclub-Zeit 1981 den Grünen-Ortsverband in Wedel gegründet. Damals saß ich für die Partei auch im Kreistag“, erinnerte sich Groß.

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