Vier Theaterhits im Abo

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Bequem im Bus zum Amüsement nach Hamburg: Senioren mobil hat vorbestellt

shz.de von
29. August 2018, 16:00 Uhr

Vier Theaterabende bietet die Interessengemeinschaft Senioren mobil in diesem Herbst und Winter wieder allen Wedelern an, die es anregend und in Gemeinschaft, gern aber auch bequem mögen. Denn zu den Highlights der Hamburger Kulturszene geht’s von der Rolandstadt aus behaglich mit dem Bus. „Wie gehabt werden Sie fast von zuhause abgeholt und wieder zu den vereinbarten Haltestellen gebracht“, schreiben die Organisatoren in ihrer Ankündigung für das traditionelle Wedeler Abo.

Los geht’s diesmal mit einem Anschlag auf die Lachmuskeln, denn das Winterhuder Fährhaus hat die Komödie „Neun Tage frei“ von Stefan Vögel ins Programm genommen. Marek Erhardt, der Enkel vom legendären Heinz Erhardt, spielt darin den toleranten Autor Joe, der seiner Frau Maria neun Tage Urlaub in Barcelona gönnt, während er zu Hause die drei Kinder einhütet. Dass aus Eifersucht und Angst vor Nachahmung Maria in Spanien von gleich zwei befreundeten Paaren bedrängt wird und Joe deren Kinder auch noch aufs Auge gedrückt bekommt, sorgt für ordentlich Turbulenzen, die die Ehen nachhaltig durcheinanderwirbeln. Das amüsante Konkurrenzgebahren, aus männlicher und weiblicher Sicht erzählt, bekommen die Wedeler am 17. November zu sehen.


Erst Roman, dann Film und jetzt auf die Bühne

Einen Roman, der durch die Verfilmung mit Sir Alec Guinness in gleich acht Rollen unsterblich wurde, hat sich das Ernst Deutsch Theater vorgenommen: Als Uraufführung zeigt das Haus eine Bühnenfassung von „Adel verpflichtet“. Darin geht es um das berühmte Grafengeschlecht Gascoyne. Damit der arme Victor, leider nur Achter der Erbfolge, beschleunigt zum Zuge kommt, beseitigt er mit großer Raffinesse seine Anverwandten und wird tatsächlich 13. Graf. Doch eines Tages schlägt das ihm bis jetzt holde Schicksal bitter zurück. Victor wird des Mordes beschuldigt und landet im Kerker – diesmal allerdings zu Unrecht. Nur ein Wunder kann dem Grafen noch helfen. Ob sich ein solches einstellt, erfahren die Abonnenten aus Wedel am 16. Dezember.

Mit einer zweiten Romanadaption, auch eine Uraufführung, geht es am 18. Januar im Altonaer Theater weiter. Der preisgekrönte Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff berichtet in „Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war“ von seiner Kindheit in der Schleswiger Kinder- und Jugendpsychatrie, der sein Vater in den 1970er Jahren als Direktor vorstand. Hemmungslos unterhaltsam seien die Erinnerungen, so die Kritik, aber auch berührend und ehrlich der Blick des 10-Jährigen. Die Inszenierung vermittele auf der einen Seite große Spiellust und zeichne andererseits die sensiblen Figuren behutsam, ohne sie zu verraten.


Glückskeks mit morbider Botschaft

Den Abschluss des Theaterreigens bildet das Ohnsorg Theater, das im Wedeler Abo natürlich nicht fehlen darf. In Sönke Andresens zweiter Komödie „De verdüvelte Glückskeks“, die Senioren mobil am 22. März ansteuern will, steht wieder das unbeschwerte Lachen im Vordergrund. Denn wie Finn Köttmann, Lehrer im Vorruhestand, nach 40 Jahren Abstinenz zurück im Heimatdorf Bürgermeister werden will, um die Idylle vor der Verramschung zu bewahren, wird dort überaus amüsant und mit einer Portion morbidem Charme erzählt.
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