zur Navigation springen

Integration durch Sport : Vier Afghanen verstärken den TSV

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Holmer Fußballabteilung setzt auf Integration von Flüchtlingen durch Sport. Jugendobmann organisiert auch gemeinsame Wohnung.

shz.de von
erstellt am 04.Jan.2016 | 00:32 Uhr

Holm | Hartmut Kieselbach hat es sich zur Aufgabe gemacht, in den Integrationsprozess von Flüchtlingen auch den Fußballsport einzubeziehen: „Integration durch den Sport ist sehr hilfreich.“ Aufgrund seiner Initiative sind vier Afghanen sofort für den TSV Holm spielberechtigt. Die von der FIFA vorgeschriebene Wartezeit von 30 Tagen ist abgelaufen, so dass die Hobby-Kicker jetzt ihre Spielerpässe erhalten haben.

Kieselbach, der sich als Jugendobmann ohnehin für den TSV engagiert, hat Payendazada Hekmat (26), Fahim Khalwati (20), Abdullah Kayhan (18) und Hamit Moradi (18) im Flüchtlingscafé kennen gelernt und ihre Patenschaft übernommen. Sie waren in Heist, Uetersen und Appen verstreut untergebracht, wollten aber gern zusammen wohnen“, erzählt der engagierte Pensionär. Er besorgte den vieren eine gemeinsame Wohnung in Holm und klärte die Formalitäten mit dem Hamburger Fußballverband. Und die Afghanen sind sehr bemüht, schnell die deutsche Sprache zu lernen. Fünf Tage pro Woche besuchen sie in Holm, Uetersen und Tornesch die angebotenen Kurse.

Die Flüchtlinge haben bereits in ihrer Heimat Fußball gespielt. „Und wer 2000 Kilometer zu Fuß gegangen ist, muss auch fit sein“, hat Kieselbach festgestellt. Inzwischen trainieren die beiden 18-Jährigen bei Thomas Urban und Sönke Repenning bei den A-Junioren. Sie fehlen an keinem Trainingsabend. Fahim und Hekmat haben sich vorläufig dem 2. Herrenteam angeschlossen, das von Peter Schlegel und Jens Nicolai betreut wird. Ihnen traut ihr Pate sogar den Sprung in die Liga des TSV Holm zu. Man müsse aber zunächst mal abwarten, wer dort der neue Trainer wird.

Um ein Weihnachtsgeschenk für die neuen TSVer zu organisieren, haben die Trainer der Jugendmannschaften für den Besuch eines Bundesliga-Spiels zusammengelegt. Zum letzten Bundesligaspiel der Hinrunde ging es ins Volksparkstadion.

Die Männer waren begeistert von der Atmosphäre und sichtlich beeindruckt von der Größe solch eines Stadions. Alles wurde mit dem Handy fotografiert bis die Akkus leer waren. Auch im Fanshop wurde gestöbert. Leider standen die Preise in keinem Verhältnis zu den finanziellen Möglichkeiten. „Aus meiner Sicht eine lobenswerte Erfahrung“, hat Kieselbach festgestellt. „Dass der HSV am Ende verloren hat, war diesmal Nebensache. Es war garantiert nicht der letzte Besuch und der HSV hat vier neue Fans.“

Wer den vier neuen TSV-Kickern auf ihrem Weg zur Eingliederung in die Gesellschaft helfen möchte, kann sich gern an ihren Paten 04103-88251 Kieselbach wenden. Es fehlt im Moment an warmer Kleidung und festen Schuhen. Auch Fahrräder und Fahrradzubehör werden gebraucht.

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert