Vorlesetag in Wedel : „Viel besser als Fernsehen gucken“

Dank der umfangreichen Schulbibliothek müssen die Mädchen und Jungen der Moorwegschule keine Angst davor haben, dass ihnen der (Vor-)Lesestoff ausgeht.
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Dank der umfangreichen Schulbibliothek müssen die Mädchen und Jungen der Moorwegschule keine Angst davor haben, dass ihnen der (Vor-)Lesestoff ausgeht.

Die Aktion in der Rolandstadt begeistert Wedels Kinder. Die Chancen, den bundesweiten Wettbewerb zu gewinnen, stehen gut.

shz.de von
16. November 2013, 19:00 Uhr

Seit Jahrtausenden erzählen sich Menschen Märchen und Mythen. Auch heute noch spüren vor allem Kinder die große Kraft, die in den Geschichten steckt, die ihnen meistens von den Eltern, Oma oder Opa vorgelesen werden.

Um an dieses für die Entwicklung so wichtige Ritual zu erinnern und dessen Förderung aufrecht zu erhalten, wurde im Jahre 2004 von der „Stiftung Lesen“ gemeinsam mit der „Zeit“ und der Deutschen Bahn ein „Vorlesetag“ ins Leben gerufen. Gestern wiederholte sich die bundesweite Veranstaltung zum zehnten Mal – mit der Unterstützung vieler Lehrer, ehrenamtlicher und prominenter Vorleser, aber auch Politikern, wie dem Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann (SPD) oder der SPD-Landtagsabgeordneten Beate Raudies.

In Wedel waren erneut zahlreiche Kindergärten, Schulen und anderweitige Einrichtungen über den ganzen Tag hinweg am Start. Natürlich zur Freude des neugierigen Nachwuchses. „Geschichten vorgelesen zu bekommen, finde ich sehr schön. Und ich mag es noch lieber als Fernsehen gucken“, sagte Hannah aus der Klasse 3 a der Moorwegschule. Gemeinsam mit ihren Mitschülern war sie denn auch ganz Ohr, als Grundschullehrerin Denise Alpers, ihnen die Geschichte „Ella und der Superstar“ vorlas. „Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass Kinder beim Vorlesen gut Zuhören und in die vorgetragenen Geschichten tief eintauchen können“, erklärt Alpers. „Unsere Schule verfügt über eine große Bibliothek und es wird viel (vor-)gelesen.“

Wenige Kilometer südlich versetzt auch Heinzjürgen Beisheim „seinen“ Nachwuchs in aufgeregte Vorfreude. In der evangelisch-lutherischen Kindertagesstätte der Christus-Kirche geht der pensionierte Pastor bereits seit Jahren mit dem Geschichtenbuch ein und aus. Und kann sich genauso wie Kita-Leiterin Almut Goroncy immer wieder an den großen Augen seiner kleinen Zuhörer erfreuen, wenn er Räuber Hotzenplotz ums Eck kommen oder Pipi Langstrumpf ganz stark auftrumpfen lässt. Mit dem Vorlesen biblischer Geschichten vermittelt er zudem auch religiöse Inhalte und christliche Werte. „Heute geht es bei der von einer Dia-Projektion unterstützten Erzählung um die Geschichte vom ‚Bärenberg‘, in der zwei kleine Bären ihren Weg zum Gipfel mit zunehmender Kraft tapfer meistern“, so Beisheim.

Ob die jetzt in Wedel angebotenen Aktionen gar am Ende dazu ausreichen werden, um anlässlich des Jubiläumsjahres „Vorlesehauptstadt 2013“ werden zu können, ist noch offen. „Die Stadtbücherei wird alle stattgefundenen Vorlesungen zentral melden. Dann warten wir mal ab“, so Andrea Koehn, Leiterin der Stadtbücherei Wedel.

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