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Bedarf an Deutschkursen wächst : VHS Wedel erweitert ihr Angebot

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Wedeler VHS erweitert ihr Angebot angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen. Dabei kämpft sie immer wieder gegen bürokratische Hürden.

Wedel | Ein munteres Sprachgewirr füllt die Lobby der Volkshochschule (VHS). Studenten, die „DAZ“, also Deutsch als Zweitsprache, auf dem Stundenplan haben, begrüßen sich mit freundlichem Hallo, ehe sie in ihren Unterrichtsräumen verschwinden. Der Bedarf an Deutschkursen wachse zurzeit in atemberaubender Geschwindigkeit, beobachtet Cornelia Mayer-Schwab.

Als Beispiel nennt die Leiterin der Wedeler VHS die Integrationskurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Bis vor kurzem reichten zwei Gruppen. Inzwischen musste das Angebot auf drei Gruppen erweitert werden. Im Februar 2016, wenn das nächste Semester beginnt, werde die BAMF-Klasse fünfzügig sein, sagt Mayer-Schwab voraus. Und: „Noch haben wir genügend Platz und vor allem auch genügend qualifizierte Dozenten, aber wie lange noch?“ so ihre besorgte Frage.

BAMF-Kurse mit ihren 660 Unterrichtseinheiten gehören seit zehn Jahren zum Programm der VHS. Doch dieses Angebot reicht inzwischen nicht mehr aus, denn nicht jeder darf sie nutzen. Eine amtliche Aufenthaltsgestattung ist mindestens als rechtlicher Status nötig. Für alle anderen, deren Statusklärung noch nicht abgeschlossen ist, gibt es „STAFF“, das Starterpaket für Flüchtlinge, ein 100 Unterrichtseinheiten umfassendes Angebot des Landes Schleswig-Holstein. Erstorientierung im neuen Lebensraum ist das Ziel.

Es gehe darum, Neuankömmlingen im Rahmen einer Sprachförderungskette von Anfang an beizustehen, heben Mayer-Schwab sowie ihre Mitstreiterinnen Barbara Krüll und Claudia Bolsinger hervor. Die drei sehen sich als Koordinierungsstelle zur Förderung der Kooperation aller an der Integrationsarbeit in Wedel Beteiligten, als Ansprechpartner für Migrantenorganisationen und als Entwicklungshelfer eines eigenen Wedeler Integrationskonzepts. Sie sehen die VHS Wedel als mögliches Zentrum für interkulturelle Kommunikation in der Stadt. Deswegen arbeiten sie auch auf Kreis- und Landesebene mit, um Integration von unnötigen bürokratischen Hürden zu befreien. Beratung Migranten vor Ort gehört dazu.

Denn, so betonen die VHS-Sprecherinnen, Sprachvermittlung ziehe gute Ergebnisse nach sich. Das Gefühl der Fremdheit werde abgebaut, bei Neuankömmlingen wie auch bei Hiesigen. Bekanntschaft und Vertrautheit werden zum Nährboden eines harmonischen Zusammenlebens, auch dank des Einsatzes einer Vielzahl von Freiwilligen. Zugleich mahnen sie aber auch: „Wenn wir das jetzt nicht schaffen, dann werden ungelöste Probleme zu einem ganz anderen Nährboden, auf dem in der Zukunft Konflikte wuchern können.“

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erstellt am 02.Dez.2015 | 00:33 Uhr

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