Verwirklichte Chancengleichheit

„Wedels Kitas aktiv im Klimaschutz“ legt den Fokus auf die pädagogische Bildungsarbeit.
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„Wedels Kitas aktiv im Klimaschutz“ legt den Fokus auf die pädagogische Bildungsarbeit.

Bildungsausschuss beschließt Frühförderung in Wedeler Kitas zu den Themen Klimaschutz und Musik

shz.de von
12. Januar 2018, 16:00 Uhr

Wenn die Aktivregion Pinneberger Marsch und Geest einem Antrag der Stadt auf 75-prozentige Förderung zustimmt, werden sich Wedels Kitakinder ab 2018 sowohl in Sachen Klimaschutz als auch in musikalischer Frühbildung schulen lassen können. Der Bescheid sei noch nicht da, sagte Fachdienstleiter Burkhard Springer Mittwochabend im Bildungsausschuss: „Aber es sieht gut aus.“

„Wedels Kitas aktiv im Klimaschutz“ heißt das Projekt, das ebenso wie das Musikangebot schon im ganz jungen Alter gleiche Bildungschancen für alle gewähren soll – ein strategisches Oberziel, das sich die Politik gesetzt hat. „Wir wollen den Kindern begreiflich machen, dass die Ressource Erde kostbar ist“, erläuterte Wedels neue Klimaschutzbeauftragte Simone Zippel die Intention des Projekts, das den Fokus aufs Pädagogische und nicht auf investive Maßnahmen lege.

„Es geht um ein Belohnungssystem.“ Anhand einer Checkliste sollen einmal im Jahr Klimaschutzaktivitäten, Energiesparinitiativen und Umweltbildungsaktionen an den beteiligten Einrichtungen abgefragt und bepunktet werden. Als Auszeichnung winkt den Besten eine finanzielle Prämie, die für weitere Klimaschutzaktionen ausgegeben werden kann. So solle Engagement belohnt und zum Weitermachen motiviert werden. Ein Dienstleistungsbüro steht den Kitaleitungen und Mitarbeitern für Schulung und Fortbildung, als Ideengeber und Koordinator, für pädagogisches Material und als Anlaufstelle für Fragen mit Rat und Tat zur Seite.

Das sei bei den Leiterinnen während eines Workshops gut angekommen, erzählte Zippel. „Ich hatte nur positive Resonanz.“ Nahezu alle Kitas in Wedel wollten mitmachen. Auch die Ausschussmitglieder lobten die Initiative und die gute Ausarbeitung des Projekts durch die Klimaschutzmanagerin. Die Christdemokratin Heidi Garling fand breite Zustimmung, als sie laut über eine eigentlich nötige Weiterführung in der Schule nachdachte. Und Petra Kärgel von den Grünen wies darauf hin, dass mit dem Projekt auch ein Ziel des in 2014 verabschiedeten Wedeler Klimaschutzkonzepts verwirklicht werde. Sie bedauerte, dass nicht auch auf Kosteneinsparung wie im Hamburger Fifty-fifty-junior-Pendant gesetzt wird. Das sprenge das Budget und die inhaltliche Arbeit der Kitas in Wedel, erklärte Springer. Für das Projekt sind 156 000 Euro veranschlagt.

Die Wedeler Musikschule verantwortet das zweite Angebot, das der Ausschuss verabschiedete. Musikalische Früherziehung für die Kleinsten, darin habe seine Einrichtung nicht nur im eigenen Haus, sondern auch institutionell Erfahrungen sammeln können durch eine bereits lange Zusammenarbeit mit der Kita Lebenshilfe, erläuterte Musikschulleiter Michael Schröder. Sprachförderung sei ein wesentlicher Bestandteil der musikalischen Früherziehung, erklärte er. Zudem sei die elementare Musikerziehung wichtig für das Entwickeln von Toleranz und Integrationsfähigkeit, für einander Zuhören und gemeinschaftliches Tun.

Damit lief er bei den Ausschussmitgliedern offene Türen ein. Auch das Musikangebot wurde durchweg gelobt. „Was ist, wenn die Schnupperangebote vorbei sind?“, fragte SPD-Frau Heidi Keck mit Blick auf die weitere musikalische Ausbildung für Schulkinder und Jugendliche. Im Gegensatz zur pädagogischen Umweltarbeit müsse man in der Musik stetig üben. Auch in den Schulen der Stadt sei die Musikschule bereits kostenfrei dabei, so Schröder. „Wir haben ein dichtgewobenes Netz. Wir können Kinder aus allen Schichten fördern.“ Detlef Murphy (Linke) bedauerte trotzdem noch einmal, dass der Ausschuss sich in seiner vergangenen Sitzung mehrheitlich für eine Gebührenerhöhung in der Musikschule ausgesprochen hat.

Zehn Kitas haben Interesse an der musikalischen Früherziehung angemeldet. Die Verwaltung kalkuliert insgesamt 39 000 Euro für das Projekt ein. Förderdauer für die Aktivregion sind drei Jahr. Einen zweiten Törn hält Fachdienstleiter Springer für „relativ wahrscheinlich“. Die EU-Gelder seien als Anschubfinanzierung gedacht, stellte er aber klar. „Eigentlich sollen die Projekte später alleine laufen.“

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