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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2017 | 20:22 Uhr

Wedel : "Verrat und Betrug an SPD-Wählern"

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Wedeler SPD lädt erstmals zu einem Neujahrsempfang ein - Ortsvorsitzender Barop geht hart mir Abtrünnigen ins Gericht.

shz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Auf den Tischen steckten rote SPD-Fähnchen in Blumentöpfen, überall lagen Flyer mit Beitrittserklärungen, und am Eingang stand ein Stellschild mit dem Konterfei von Willy Brandt: Das Theater Wedel wurde gestern Vormittag zur Parteizentrale der Wedeler Genossen. Anlass war eine Premiere: Zum ersten Mal hatte der SPD-Ortsverein zu einem Neujahrsempfang eingeladen. Parteichef Lothar Barop begrüßte dazu etwa 70 Besucher, darunter den SPD-Kreisvorsitzenden Thomas Hölck, den SPD-Bundestagsabgeordneten Ernst Dieter Rossmann, Vertreter von Grüne und Linke aus dem Rat der Rolandstadt sowie Bürgermeister Niels Schmidt.

Wie bei Veranstaltungen dieser Art üblich, ließ auch Barop das vergangene Jahr Revue passieren. Zunächst wies er jedoch auf die Grundwerte der SPD hin: Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität. "Im sozialdemokratischen Verständnis bilden sie eine Einheit. Sie sind gleichwertig und gleichrangig. Sie bedingen, ergänzen, stützen und begrenzen einander", so der Ortsvereinsvorsitzende. Anschließend ging Barop mit den sechs abtrünnigen SPD-Ratsmitgliedern, die im November die Fraktion verlassen hatten, hart ins Gericht: "Ich habe bewusst unsere Grundwerte an den Anfang gestellt, denn so handeln keine Sozialdemokraten. Das ist kein Verhalten im Sinne sozialdemokratischer Solidarität, das ist Verrat und Betrug an den Wählern der SPD und den SPD-Mitgliedern", sagte Barop unter dem Beifall der Besucher. Besonders bitter sei, dass die SPD Wedel bei der Kommunalwahl 2013 nach längerer Zeit mit 35,3 Prozent erstmals wieder die meisten Wählerstimmen erhalten habe, so Barop weiter. Nach dem Wahlergebnis der Abtrünnigen gerechnet stünden diesen lediglich vier und nicht sechs Ratssitze zu. "Es stellt sich die Frage, ob hier die Gemeindeordnung keine Regelung vorsieht oder vorsehen müsste, die so etwas verhindert. Eine rechtliche Prüfung ist in Erwägung gezogen", kündigte der Parteichef an. Unverständnis zeigte Barop auch darüber, dass Stadtpräsidentin Renate Palm ohne erneute Bestätigung beziehungsweise Wiederwahl im Amt geblieben ist, obwohl die CDU als jetzt stärkste Kraft Anspruch auf den Posten hätte.

Wedel braucht moderne Visionen

In Blickrichtung Zukunft versprach Barop: "Wir werden das Gewesene hinter uns lassen und in das neue Jahr 2014 gehen. Neue Aufgaben und Herausforderungen gibt es genug.“ Als Themen für Wedel nannte er den städtischen Haushalt, die Verkehrssituationen sowie das neu geplante Kraftwerk. "Wedel braucht eine moderne Vision als Stadt zum Leben und Arbeiten. Das verlangt eine ganzheitliche Planung für die Entwicklung der Lebensqualität, an der alle teilhaben können. Die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt muss durch rechtzeitige Einbeziehung in die kommunalen Entscheidungen gestärkt werden", forderte der Sozialdemokrat.

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