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Vattenfall : Verluste des Energie-Konzerns haben Auswirkungen auf Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Energiekonzern fordert voraussichtlich Zahlungen für 2014 und 2015 zurück. Negative Prognosen auch für die Zukunft.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Wedel | Und wieder eine Hiobsbotschaft für Wedels Kämmerei: Auf Tageblatt-Anfrage bestätigte gestern Vattenfall, dass die Verluste des Energie-Konzerns Auswirkungen auf die Rolandstadt haben. Laut Vattenfall-Sprecherin Kristina Hillmer muss die Stadt damit rechnen, dass sie sowohl für 2015 als auch für 2014 Gewerbesteuern an Vattenfall zurückzahlen muss. Auch künftig scheint Wedel bis auf weiteres nicht mit Einnahmen aus dem Betrieb des Heizkraftwerks rechnen zu können.

Nach Tageblatt-Informationen schwankt der Betrag, der durch den Kohlemeiler am Wedeler Elbufer jährlich in die Stadtkasse fließt. In guten Jahren soll das Aufkommen bei knapp einer Million Euro liegen. Eine empfindlich hohe Summe für die Rolandstadt, die noch unter der Last der Gewerbesteuerausfälle in Höhe von 28 Millionen Euro seit 2011 ächzt.

„Erfreulich ist etwas anderes“, lautete denn auch gestern der Kommentar von Wedels Bürgermeister Niels Schmidt auf Nachfrage dieser Zeitung. „Es zeigt, dass wir wirklich keinen großen Spielraum mehr haben“, so Schmidt. Die Verwaltung sei im Dezember und nochmals vor wenigen Wochen über negative Entwicklungen in Sachen Gewerbesteueraufkommen informiert worden und habe die Ausfälle noch in der Haushaltsplanung berücksichtigen können, so Schmidt. Zudem sei bereits eine Rückzahlung veranlasst worden. Wie berichtet ist Wedels Haushalt infolge der Steuerausfälle und negativer Jahresabschlüsse genehmigungspflichtig. Der Etat für 2016 ist mit 200.000 Euro Überschuss knapp ausgeglichen.

Vattenfall begründet die aktuelle Entwicklung mit einem Verlust in Höhe von 2,1 Milliarden Euro nach Steuern im Jahresbericht 2015. „Hintergrund sind die seit drei Jahren fallenden Strompreise von etwa 50 auf derzeit unter 30 Euro pro Megawattstunde für eine kontinuierliche Lieferung“, so Hillmer. Zurückzuführen sei diese Entwicklung unter anderem auf eine schwache wirtschaftliche Entwicklung in vielen europäischen Ländern, den Anstieg der regenerativen Stromerzeugung und den starken Preisrückgang auf den internationalen Öl-, Gas- und Kohlemärkten. Hillmer: „Diese Faktoren führten bereits im Jahr 2014 auch in Deutschland zu einem starken Ergebnisrückgang im Stromgeschäft von Vattenfall. Die Folge ist eine Reduzierung des zu versteuernden Gewinns für 2014 auf nahezu Null, die auch den Standort Wedel betreffen.“ Für 2014 bedeutet dies voraussichtlich eine Rückforderung der gezahlten Gewerbesteuervorauszahlungen „bis auf einen sehr geringen Betrag“. Auch für 2015 sei aufgrund anhaltend niedriger Strompreise mit einem Rückzahlungsbescheid für Vorauszahlungen zu rechnen, so Hillmer. Und: „Da sich auf absehbare Zeit keine Verbesserung der erwähnten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Geschäftstätigkeit abzeichnet, müssen wir weiterhin mit negativen Ertragsaussichten kalkulieren.“

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