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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Oktober 2017 | 19:11 Uhr

Sonderausstellung : Verführerisch detailgetreu

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Wedeler Kunstmaler Joachim Bereuter zeigt etwa 20 Arbeiten im Haseldorfer Elbmarschenhaus.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2017 | 14:00 Uhr

Haseldorf/Wedel | Wenn sogar Bienen eine auf Leinwand gemalte Mohnblume für wahrhaftig halten und zur Bestäubung ansteuern, muss das Objekt der Begierde schon sehr detailgetreu und verführerisch dargestellt sein. Wer zurzeit die kleine Galerie im Haseldorfer Elbmarschenhaus in der Hauptstraße 26 betritt, kann sich von diesem Phänomen selbst überzeugen. Hier wurde am Mittwoch die neue Sonderausstellung mit Werken des Wedeler Malers Joachim Bereuter unter dem Titel „Die Kunst der Täuschung“ festlich eröffnet.

Stationsleiterin Edelgard Heim begrüßte Bereuter und die Gäste mit einem dreifachen „Oh!“. Das erste  galt einem Bild mit wunderbaren Blautönen, das der 1946 in Reinbek bei Hamburg geborene Maler zu einem ersten Gespräch mit Heim ins Elbmarschenhaus gebracht hatte. Der Termin für eine Ausstellung wurde auf Grund der Ausbuchung im laufenden Jahr auf 2018 festgelegt. Dann aber ergab sich eine Änderung und Heim bat Bereuter, schon jetzt auszustellen. Er sagte spontan zu und organisierte in nur wenigen Tagen seine absolut sehenswerte Schau mit etwa 20 farbintensiven Stillleben.

Dafür gab es ein zweites Oh. Das dritte Oh entfuhr Heim beim Anblick des herrlichen Rot-Tons der besagten Mohnblume. Sehr begeistert zeigte sie sich auch von den vielen kleinen versteckten Details der fast dreidimensional wirkenden Bilder, wie der leckeren Schokolade, die oben vom Rand ins Bild fließt und allein beim Betrachten auf der Zunge zergehen würde, so die Kunstliebhaberin.

Der Künstler liebt es ganz detailgetreu.
Der Künstler liebt es ganz detailgetreu. Foto: Kirsten Heer
 

In der Tat strahlen die in Perfektion gemalten Bilder, welche in Stil und Technik an die Stillleben der alten Meister erinnern, eine überraschende Sinnlichkeit aus. Bereuter versteht es, durch seine eigene Euphorie für die schönen Dinge dieses Lebens Objekte wie Äpfel, Erdbeeren oder Blumen auf der Leinwand duften zu lassen. Oder aber auch den Wunsch zu erwecken, den in knisterndes Cellophan verpackten Liebesapfel oder die filigranen Gegenstände auf den Bildern berühren zu wollen. Dabei hat der Handwerker – als der sich Bereuter selber bezeichnet – in mehr als 40 Jahren seinen ganz eigenen Stil entwickelt, den er täglich aufs Neue verfeinere, wie er erzählt.

Internationale Anerkennung bestätigt Bereuter in seinem unermüdlichen Schaffen. Bezeichnungen wie „Foto-Realist“ oder „Surrealist“ überlässt der Wedeler dem Betrachter. Er selber möge kein Schubladendenken, so der lebensfreudige Maler.

Die Sonder-Ausstellung im Elbmarschenhaus ist bis zum 26. März zu den Öffnungszeiten jeweils mittwochs bis sonntags in der Zeit von 10 Uhr bis 16 Uhr zu sehen. Der Künstler ist an allen Sonntagen von 11 bis 12 Uhr anwesend. 

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