Wedel : Vattenfall legt Kraftwerk vorerst auf Eis

Schon Ende des Monats könnte eine Genehmigung für das neue Vattenfall-Kraftwerk erteilt werden.
Schon Ende des Monats könnte eine Genehmigung für das neue Vattenfall-Kraftwerk erteilt werden.

Nach dem Hamburger Volksentscheid: Der Chef des Energieriesen bremst den umstrittenen Kraftwerksbau am Elbufer.

shz.de von
14. November 2013, 12:00 Uhr

Der Bau des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) in Wedel liegt vorerst auf Eis. Das sagte Vattenfall-Chef Pieter Wasmuth in einem NDR-Interview am Dienstag. Vor Baubeginn müsste erst feststehen, welche energiepolitischen Ziele Hamburg nach dem Volksentscheid verfolgt. Denn nachdem die Mehrheit der Hamburger den Rückkauf der Netze fordert, seien sämtliche bisherigen Vereinbarungen zwischen Vattenfall und der Hansestadt hinfällig – wie auch der Ausbau der Fernwärme, so der NDR.

Wasmuths offizielle Begründung: „Bevor wir nicht wissen, wieviel Energie dieses Kraftwerk überhaupt produzieren soll, können wir nicht anfangen.“ Zu viele Fragen seien aus Sicht des Energieriesen noch ungeklärt. „Auch wenn die Stadt selber Eigentümer wäre, hat sie dann weitere Ausbauziele? Hält sie an denen fest, die wir mal gemeinsam definiert haben? Will sie andere Rahmenbedingungen setzen? Das sind notwendige Informationen, um zu überlegen, was man am Standort Wedel jetzt richtigerweise tut.“

„Vattenfall braucht Garantien in Bezug auf Preise und Einspeisungsmengen“, sagte Kerstin Lueckow, Sprecherin der Bürgerinitiative „Stopp! Kein Mega-Kraftwerk in Wedel“ gestern. Und: „Sie müssten sicher sein, dass sie auch auf dem Grundstück bauen dürfen.“ Das stehe zurzeit in Frage, so Luekow. Durch den Hamburger Volksentscheid könnte die Hansestadt verpflichtet werden, das Strom-, Gas- und Fernwärmen jetzt zurückzukaufen – inklusive Grundstücke. Dazu zählt auch das Kraftwerksareal am Elbhochufer.

Zudem läuft noch das Widerspruchsverfahren, an dem sich zahlreiche BI-Aktivisten beteiligen, sagte Lueckow. Denn obwohl das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) bestimmte Kritikpunkte der BI zum Bestandteil der Genehmigung machte – beispielsweise wurde die Gaspipeline zur Bedingung für den Kraftwerksbau gemacht und die 17-monatigen Rammarbeiten wurden gekippt – sind andere Punkte nicht berücksichtigt worden. Sorgen bereitet den Kritikern unter anderem die Lärmbelästigung. Und dann ist da ja auch noch das Wedeler Bürgerbegehren, mit dem das Bebauungsplanverfahren für das gesamte Kraftwerksgelände neu aufgerollt werden soll. Die Abstimmung findet laut Lueckow am 23. Februar 2014 statt.

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