Vandalismus den Kampf ansagen

Immer wieder werden Wedeler Schulen wie die Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) zur Zielscheibe von Vandalismus.
Immer wieder werden Wedeler Schulen wie die Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG) zur Zielscheibe von Vandalismus.

Polizei und Wedeler Schulen wollen bei der Aufklärung von mutwilligen Sachbeschädigungen in Zukunft enger zusammenarbeiten

Avatar_shz von
16. September 2019, 16:00 Uhr

wedel | Neben den Fraktionen und Stephan Krumme, dem Schulleiter der Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule (EBG), die sich in der jüngsten Sitzung im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport tummelten, gab es auch einen Gast, mit dem man eher weniger gerechnet hatte: Den Revierleiter der Wedeler Polizei, Hartmut Ridder. Der Grund für seine Anwesenheit, ein ernster Punkt auf der Tagesordnung: Vandalismus an Schulen in Wedel.

Insbesondere die EBG wird immer wieder zur Zielscheibe von mutwilliger Sachbeschädigung, Diebstählen und Verschmutzung. Eine regelrechte Zerstörungsorgie ereignete sich dort im Juni 2017 (unsere Zeitung berichtete). Die Schule wurde damals so schwer verwüstet, dass der Unterricht für zwei Tage ausfallen musste.

Aktuell sind es Trinkgelage auf dem Dach des Lehrerzimmers, oder die Nutzung des EBG-Sportplatz von Auto-Tuner- und Motorrad-Gruppen als Treffpunkt und Teststrecke, die Schulleiter Krumme Kopfzerbrechen bereiten: „Es kann nicht sein, dass Schulen – wie unsere – immer wieder den Kopf für mutwillige Zerstörung hinhalten müssen.“ Obendrauf komme zudem noch respektloses Verhalten in Form von Beleidigungen der  „nächtlichen Eindringlinge“ gegenüber Anwohnern sowie gegenüber des Hausmeisters der Schule, wenn sie auf frischer Tat ertappt werden. „Irgendwo muss Schluss sein“, findet Krumme.

In Anbetracht der geplanten Sportplatz-Sanierung äußert er auch für die ZukunftBedenken: Wenn die EBG dann mit den neuen Spielgeräten ausgestattet sei, sieht er hier eine weitere Gefahr. Eine gewisse Monopolstellung bei Spielgeräten. „Geräte, die es dann nur bei uns gibt, ziehen auch Leute von außerhalb an – ich schließe vor allem diejenigen mit ein, die sich körperlich abreagieren wollen und sich sagen ‚Wir können ja mal nach Wedel und uns da ein bisschen austoben‘, eben an unseren Geräten – in Form von Sachbeschädigung.“

Während der EBG-Schulleiter von all diesen Dingen berichtet, schreibt Revierleiter Ridder mit: „Wir müssen uns die Frage stellen, wie man Vandalismus effektiv vermeiden und bekämpfen kann. Einen Gegenstand mutwillig beschädigen und sich dann auf die Schnelle vier bis fünf Meter davon entfernen. Da hat es nicht nur die Polizei, sondern auch die Staatsanwaltschaft bei den Ermittlungen schwer. Schulen und Polizei müssen in einen engeren Dialog miteinander treten.“

Krumme bringt das Hochziehen von Zäunen ins Spiel: „Ich bin grundsätzlich gegen so eine Maßnahme, aber wenn es wirklich der letzte Ausweg ist, muss man sich Gedanken machen.“

Ridder ergänzt: „Zäune sind eine Sache, die Schulen, sofern es finanzierbar ist, für sich abwegen müssen.“ Ähnlich ist es auch bei der Videoüberwachung: „Nicht jeder lässt sich davon einschüchtern.“ Ridder berichtet von einem weiteren Modell, um den Anwesenden zu veranschaulichen, dass auch ganz andere Maßnahmen existieren: „Am Hamburger Hauptbahnhof wird mit bestimmter Musik gearbeitet, um Unerwünschte zu vertreiben.“ Ridder appellierte zudem an die Schulen: „Jede Form der Sachbeschädigung muss zur Anzeige gebracht werden, damit wir sehen können, wo Schwerpunkte bei den Ermittlungen gesetzt werden müssen.“

Einig ist man sich an diesem Abend darin, dass Polizei und Schulen enger zusammenarbeiten wollen, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die zur Eindämmung von Vandalismus beitragen. Zudem bietet Ridder an: „Wenn es gewünscht ist, patroullieren wir in Absprache mit den Schulen dort künftig nachts.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen