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Unterkünfte in Wedel : Unterkünfte: CDU fordert Umdenken

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Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

„Unmögliche“ Standorte sollen erneut geprüft werden. Lösungen jenseits von nachnutzbaren Gebäuden und Mietwohnungen gefragt.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Wedel | Angesichts des zunehmenden Drucks bei der Unterbringung von Flüchtlingen will die CDU Standorte neu bewerten lassen, die bislang als „unmöglich“ für den Zweck der Unterbringung eingestuft worden sind. Das geht aus einem Prüfauftrag an die Verwaltung hervor, der sieben größtenteils städtische Grundstücke auflistet. Die Stadt solle „neue Rahmenbedingungen“ in die Prüfung einbeziehen. Gemeint sind niedrigere Standards etwa bei Baugenehmigungen oder bei Anforderungen an Standorte.

Als Möglichkeiten, benötigten Wohnraum zu schaffen, zählen die Christdemokraten neben dem Bau von Unterkünften auch preisgebundenen beziehungsweise geförderten Wohnungsbau sowie die vorübergehende Nutzung städtischer Flächen für Übergangsheime auf. Folglich wären auch Container, die Wedel bislang ausschließt, wieder eine Option.

Folgende Flächen benennt die CDU: das Baugebiet Schlödelskamp, das Grundstück In den Krümm, das für einen dritten Bauabschnitt vorgesehene Areal am Waldfriedhof, den Unterkunftsstandort Schwartenseekamp (durch Erweiterung), die Parkplätze der VHS / Musikschule (ABC-Straße) und an der Kleingartenkolonie in der Heinestraße sowie das Grundstück Pinneberger Straße 230. Auf letzterem schwebt der CDU eine Wiedernutzung der ehemaligen Notunterkunft vor. Die bisherige Maßgabe, nur dauerhafte Gebäude mit Nachnutzungsmöglichkeiten zu schaffen, dürfe nicht länger Grundlage von Entscheidungen in dieser Angelegenheit sein, sagt CDU-Fraktionschef Michael Kissig. „Die hohe Zahl von Flüchtlingen erfordert auch schnelle Lösungen angesichts des nahenden Winters“, so Kissig. „Bevor in Wedel Zeltstädte entstehen oder Sporthallen zur Unterbringung herhalten müssen, sind andere Optionen auszuschöpfen.“

Die Christdemokraten erwarten in diesem Zusammenhang nicht nur eine Darlegung von möglichen Kosten und einer Zeitachse, sondern auch eine Liste eben jener Standards, die von Bund, Land und Kreis bereits abgesenkt worden sind oder werden sollen. Zudem soll die Stadt zeigen, welche Vorschriften und Standards, die in ihrer Kompetenz liegen, gegebenenfalls vorübergehend geändert werden könnten, „ohne dass dies zu Lasten der Sicherheit geht oder Menschen gefährdet werden“, so Kissig.

 

Die CDU warnt dabei davor, dass der Unterbringungspflicht nicht allein über Anmietungen genüge getan werden dürfe. Ungeachtet der Flüchtlingsfrage sei es bisher für die Wedeler Bürger schon kaum möglich gewesen, auf dem örtlichen Wohnungsmarkt bezahlbaren Wohnraum zu finden. „Die Unterbringung von Flüchtlingen darf daher nicht mehr wie bisher als isolierte Herausforderung betrachtet werden, sondern als ein Problem von vielen, vor denen die Stadt steht“, sagt Kissig.

Tatsächlich sei die Stadt aktuell gezwungen, weiter Wohnungen anzumieten, erklärte Sozialamtschef Oliver Wleklinski gestern auf Tageblatt-Anfrage. Und bittet, Mietangebote unter Telefon 04103-707260 zu melden. Der Puffer reiche noch knapp zwei Wochen. Per Montag zählte der Kreis laut Wleklinski für Wedel 191 Flüchtlinge. Pro Woche müsse die Stadt derzeit mit etwa 15 neuen zugewiesenen Personen rechnen.

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