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E-Bike-Verleihsystem Wedelecs : „Uns wäre ein Schlussstrich lieber gewesen“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Trotz guter Nachfrage: Das Geschäft mit den Verleihrädern macht Verluste. Die Stadtwerke schießen 76 .000 Euro pro Jahr hinzu.

shz.de von
erstellt am 06.Sep.2013 | 16:00 Uhr

1000 Verleihvorgänge: Dieses Ziel nannte Adam Krüppel, Geschäftsführer der Stadtwerke Wedel, für die Wedelecs-Saison 2013. Knapp 300 Ausleihen trennen den Versorger davon, der das E-Fahrrad-System betreibt und damit im laufenden Jahr erstmals eine volle Saison am Start ist. Wenn auch mit Hindernissen, zu denen Krüppel jetzt den Mitgliedern im Planungsausschuss die Hintergründe erläuterte.

Stichwort war vor allem das Technik-Problem bei der Automatik-Ausleihe. Totalausfall beim Saisonstart im Mai und eine Wiederbelebung der totgesagten Stationen erst vor drei Tagen: „Uns wäre ein Schlussstrich lieber gewesen“, gestand Krüppel offen. Die Rückabwicklung, die den Hersteller rund 270 000 Euro gekostete hätten, war denn auch schon eingeleitet. Juristisch waren die Stadtwerke jedoch verpflichtet, der Firma eine Chance zu geben, die Technik, die in der in Wedel installierten Form bislang einzigartig ist, in den Griff zu bekommen. Das ist jetzt der Fall – so zumindest die Hoffnung der Beteiligten. Für Krüppel ist indes hier nun weiter die Devise: Abwarten und genau beobachten.

Was die Sieben-Tage-Ausleihe von Mensch zu Mensch gleich nebenan im Rosengarten angeht, die nach dem Automaten-Ausfall eröffnet wurde: Damit sind die Stadtwerke zufrieden. Sie ist eine von mittlerweile sieben Stationen, an denen Menschen statt Maschinen den Service übernehmen – Tendenz steigend.

Auch in der Marsch haben die Stadtwerke bereits einen Wedelecs-Verleih installiert, und, so Krüppel auf Nachfrage, ein Auge auf Hamburg geworfen: Blankenese ist im Visier der Wedelecs-Macher.

Blieb das Thema Bilanzen und Finanzen: Auf die Frage von Jochen Kieper (FDP), ob der Wedelecs-Betrieb den Erwartungen entspreche, fand Krüppel eine deutliche Antwort: „Nein.“ Ursprünglich habe man mit einer schwarzen Null gerechnet – „die werden wir nicht erreichen“. Grund sei die Förderung: Erwartet waren zwei Drittel, geflossen ist ein Drittel, verteilt über die Aktiv-Region aus EU-Töpfen. Damit ist laut Krüppel klar: „Das Projekt wird sich nicht amortisieren“. 76 000 Euro müssen die Stadtwerke zum Wedelecs-Betrieb pro Jahr zuschießen – „und ich sehe auch keine große Möglichkeit, da runterzukommen.“ Grundidee sei es gewesen, die Elektro-Mobilität mit dem Projekt zu fördern. „Insofern sehen wir es als eine Art Marketingkosten“, so Krüppel.

Für eine Kompensation für die Leistungsausfälle in 2013 gibt es laut Bürgermeister Niels Schmidt auch schon Überlegungen: Das gut frequentierte Verleihgeschäft am Bahnhof könnte für ein Jahr als Touristenzentrale dienen. Zumal die Wedelecs ohnehin vor allem Touristen-Service sind.

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