Haushalt 2019 : Unmut über Idee zu Sitzungsgeldern in Haselau

Haselauer Gemeinderat verabschiedet Haushalt für das kommende Jahr. Steuersätze konstant.

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12. Dezember 2018, 16:00 Uhr

Mit Erleichterung machten sich die Haselauer Gemeindevertreter in ihrer letzten Sitzung des Jahres daran, die Haushaltssatzung für 2019 auf den Weg zu bringen: Die Senkung der Kreisumlage um zwei Punkte verringert das zu erwartende Defizit. Mit unverhohlenem Zorn reagierten die Lokalpolitiker allerdings auf die Anregung der Landesregierung, die lokalen Parlamentarier sollten zur Stärkung der Gemeindefinanzen auf Sitzungsgelder verzichten. „Was wir kriegen, ist weit unter Mindestlohn“, polterte Harald Jürgs (FWH), wohingegen die Kieler ihre Diäten alle Augenblicke klammheimlich erhöhen.

Der Plan für das Haushaltsjahr beziffert die Erträge mit fast 1,5 Millionen Euro. Die Aufwendungen liegen aber höher, so dass ein Fehlbetrag von fast 84 000 übrig bleibt. Laut Finanzplan bringt die laufende Verwaltungstätigkeit gut 1,4 Millionen Euro ein, verursacht aber Auszahlungen in Höhe von fast 1,5 Millionen. Aus Investitions- und Finanzierungstätigkeit sollen 200 000 Euro in die Kasse fließen, dem stehen Ausgaben in Höhe von knapp 180 000 Euro gegenüber.

Gute Nachricht für die Bürger: Es gibt keine Steuererhöhungen wie in Haseldorf. Die Hebesätze für die Grundsteuern A und B mit 300 Prozent und für die Gewerbesteuer mit 340 Prozent bleiben konstant.

Zum Leitbild der Gemeinde Haselau als „malerische Gemeinde an der Unterelbe“ formuliert der Haushaltsplan diese strategischen Ziele: Wohnen in reizvoller Umgebung in der Haseldorfer Marsch, Erhalt der vorhandenen optimalen Versorgung für Kinder, Bildung und Gesundheit, Förderung der Attraktivität als idyllische Marschgemeinde für Einwohner, Gäste und Erholungssuchende, Optimierung des öffentlichen Personennahverkehrs und Förderung der Vereine und Verbände. Zum Erreichen der Ziele zählt der Plan die weitere Ausweisung von bezahlbarem Bauland auf, den Erhalt der Grundschule und die finanzielle Beteiligung an weiterführenden Schulen in Moorrege, Uetersen und Wedel. Auch die Finanzierung der Fahrkosten im Schülerverkehr gehört dazu.

Die Naturschutzgebiete der Region möchte die Gemeinde für Erholungssuchende weiter öffnen. Wassersport und Wassertourismus sollen gefördert und Fahrradrouten ausgebaut werden. Die Gemeinde will sich auch für einen zusätzlichen Nachmittagsbus von Uetersen über Haselau nach Wedel einsetzen. Die Einwohnerzahl Haselaus ist seit gut 20 Jahren relativ konstant mit leichten Schwankungen von 1000 und 1100.

Die Haushaltsüberschreitungen 2018 wurden einstimmig genehmigt. Bei der Vergabe von Bauland ist die Heraufsetzung des Quadratmeterpreises von 110 auf 130 Euro vorgesehen. Die Bewerbungsrichtlinien wurden überarbeitet.

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