Unesco und die Kompetenzfrage

Unesco-Auszeichnung: Gerhard de Haan, Monika Riekhof (CDU), Kornelia Haugg und Walter Hirche präsentieren 2016 die Urkunde.
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Unesco-Auszeichnung: Gerhard de Haan, Monika Riekhof (CDU), Kornelia Haugg und Walter Hirche präsentieren 2016 die Urkunde.

Ex-Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) wird Hetlingens neue BNE-Beauftragte / Ausschuss erarbeitet Konzept

shz.de von
15. September 2018, 16:00 Uhr

Wer kümmert sich um die Unesco? Diese Frage hat während der Sitzung des Hetlinger Gemeinderats am Donnerstagabend im Sitzungsraum der Feuerwache zu einer lebhaften Debatte geführt. Soll der Bürgermeister qua Amt weiter federführend sein, oder soll es einen Beauftragten geben. Nachdem die CDU im Gemeinderat ihre Mehrheit verloren hat, wurden die Kompetenzen neu gemischt. Ex-Bürgermeisterin Monika Riekhof (CDU) wollte sich gern weiter um die Belange rund um die Bewerbung als von der Unesco ausgezeichnete Gemeinde kümmern. Nach einem längeren hin und her bekam sie nun einstimmig grünes Licht.

Hetlingen ist als „Gemeinde der Weltdekade – Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) 2014“ und folgend 2016 ausgezeichnet worden. Mit seinen etwa 1300 Einwohnern ist das Dorf die kleinste bisher ausgezeichnete Dekade-Kommune und die einzige in Schleswig-Holstein. Geld gibt es dafür nicht, wie Thomas Crefeld von der Freien Wahlgemeinschaft (FW) auf Nachfrage erfuhr, wohl aber eine Fahne, die vor der Mehrzweckhalle gern aufgezogen wird. Doch das darf sie nur bis November, wie Riekhof erläuterte. Damit das Thema weiterhin präsent ist, hat sie eine Nachfolgebewerbung eingereicht.

Bürgermeister Michael Rahn von der Freien Wahlgemeinschaft (FW) hätte die Kompetenz künftig gern gesplittet. Er wollte sich um die Angelegenheit vor Ort, Riekhof sich um die überregionalen Belange und die dortige Repräsentation kümmern. Das hielt Riekhof für nicht praktikabel. „Es muss einen Ansprechpartner geben, man braucht jemanden, der komplett den Hut auf hat“, argumentierte die Erste stellvertretende Bürgermeisterin.

CDU-Gemeindevertreter Florian Kleinwort sprang Riekhof zur Seite: „Wir sollten jemanden benennen, der das mit Herzblut macht.“ Riekhof habe auf Bundesebene ein großes Netzwerk geknüpft.

FW-Vertreterin Renate Springer-König bat Riekhof doch zu transportieren, was sie für die Gemeinde erreicht habe. „Viele Hetlinger sagen ‚BNE – was ist denn das?‘.“ Auch ihre Fraktionskollegin Ines Bitow plädierte dafür, Rahn das Feld zu überlassen. Jens Körner (CDU) sagte dazu: „Als Bürgermeister begleitet er doch alles.“

Auf Anregung Rahns wurde beschlossen, im Sport-, Kultur- und Umweltausschuss ein Konzept zu erarbeiten, in dem die Inhalte festgelegt werden sollen. Warum er die Arbeit splitten wollte, beantwortete er auf Nachfrage. „Ich habe den Wunsch, die Haseldorfer Schule zu einer Zukunftsschule zu machen“, sagte er. Er hoffe, dass Eltern sagen: „Da sind tolle Lehrer, da mach ich mit.“

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