Moorrege : Turbulenz bei den Naturbad-Förderern

Der Vorstand ist komplett: Jan Harries (v. l.), Telse Pietsch, Helmut Dieterich, Renate Paelchen und Wilhelm Ehlbeck.
Der Vorstand ist komplett: Jan Harries (v. l.), Telse Pietsch, Helmut Dieterich, Renate Paelchen und Wilhelm Ehlbeck.

Nach nur einem Jahr hat die Vorsitzende des Oberglinder Vereins das Handtuch geworfen. Vize-Chef Jan Harries übernimmt Chefsessel.

shz.de von
06. Mai 2015, 14:00 Uhr

Moorrege | Etwa 240 Mitglieder hat der Förderverein Naturbad Oberglinde. Zwar erschienen davon nur 16 zur Hauptversammlung im Moorreger Grando Sukredo am Himmelsbarg, doch das reichte. Die Satzung schrieb für die anstehenden Vorstandswahlen keine Mindestzahlen vor. So konnte die Versammlung die Lücke schließen, die nach dem plötzlichen Rücktritt der ersten Vorsitzenden Monika Hagen entstanden war. Ihr bisheriger Stellvertreter Jan Harries sprang in die Bresche und wurde auserkoren, den Verein für die verbleibende Amtszeit von einem Jahr zu führen.

Eine leichte Übernahme war das für Harries nicht. Das Verhalten der bisherigen Vereinschefin sei für ihn nicht nachvollziehbar, entrüstete er sich. Er habe keine Unterlagen vorgefunden, um einen Jahresrückblick vorzulegen, entschuldigte Harries seinen improvisierten Tätigkeitsbericht. Der ihm angetragene Job an der Vereinsspitze war ihm ohnehin eher eine Bürde: Er sei viel lieber ein Mann des Zupackens statt des Führens, beschrieb Harries seine Vorlieben. Aber um der Sache willen stelle er sich zur Verfügung – wie auch schon vor zwei Jahren: Damals habe er den Vize-Posten nur deshalb angenommen, weil sich kein Kandidat fand. Auch diesmal war kein anderer da, Harries wurde einstimmig gewählt.

Sein Wechsel machte die Wahl eines neuen Stellvertreters notwendig. Ebenfalls einstimmig rückte der bisherige Beisitzer Helmut Dieterich auf. Im Amt bestätigt wurden die Beisitzer Telse Pietsch und Dieter Gehring. Die Turbulenzen an der Spitze haben dem Einsatz des Vereins zum Erhalt und zur besseren Ausstattung des Freibads indess nicht im Wege gestanden. Dank der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den verantwortlichen Verwaltungen, Stadt Uetersen und Gemeinde Moorrege, wurde eine Treppe umgebaut, so dass der Zugang jetzt barrierefrei möglich ist. Picknicktische wurden repariert, weitere Projekte wie die Fertigstellung einer Nestschaukel und sicherheitstechnische Verbesserungen der Rutsche in Angriff genommen.

Als „Vollkatastrophe“ wertete Harries dagegen Abholzaktionen, denen viele schattenspendende Bäume und Büsche zum Opfer gefallen sind. Auch der Bad-Nachbar Waldkindergarten sei darüber sehr traurig. Hinter vorgehaltener Hand haben sich Mitarbeiter des Uetersener Bauhofs für diesen angeordneten „schrecklichen Wegschnitt“ entschuldigt, hieß es aus dem Vorstand.

Als kontroverses Thema erwies sich die Reinhaltung des Geländes. Abends werde diese Aufgabe gewissenhaft von Klaus Strehl wahrgenommen, bescheinigte der Vorstand dem Kioskpächters seinen Einsatz. Aber wer beseitige die Hinterlassenschaft von zumeist jugendlichen nächtlichen Vandalen? Die Versammlung stellte dafür auf Antrag zwar fast 2000 Euro zur Verfügung. Aber zunächst müsse sichergestellt werden, dass dies keine Begünstigung wirtschaftlicher Interessen sei und damit den Status der Gemeinnützigkeit gefährden könne. Immerhin hat der Haushaltsplan des Fördervereins ein Volumen von fast 20.000 Euro, „und darauf wollen wir natürlich keine Mehrwertsteuer zahlen“, mahnte Harries. Das Geld ist auch schon voll verplant, für eine Schaukel, neue Mülltonnen, Sitzbänke, Flyer und sonstige Aufwendungen.

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