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Wedel : TSV-Heim: Ist die Verkaufslösung geplatzt?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Gutachten liegt vor: Gebäudewert liegt weit über den Kaufangeboten. Positive Reaktionen auf Verpachtungsoption.

shz.de von
erstellt am 15.Aug.2015 | 10:00 Uhr

Wedel | Der Verkauf des Vereinszentrums: Vereinsrat und Vorstand des Wedeler TSV haben ihn noch vor wenigen Wochen als bestmöglichen Weg aus der Finanzkrise der Sportler vorgestellt. Jetzt wird immer deutlicher: Die Hindernisse sind hoch – vermutlich zu hoch, um auf diese Art die drohende Insolvenz des größten Vereins der Stadt abzuwenden.

Zwar gibt es zwei Kaufangebote für den Komplex in der Bekstraße 22. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten, das mittlerweile vorliegt, bescheinigt allerdings: Der Wert des Gebäudes liegt deutlich höher als die beiden vorgelegten Angebote. Dies sagte Bürgermeister Niels Schmidt auf Tageblatt-Anfrage.

Wie berichtet haben zwei Interessenten für den Komplex mit Restaurant, Kegelbahn, Tanzssaal, Büros und Beherbergungsmöglichkeiten geboten – 300.000 und 415.000 Euro. Die Angebote kommen von einem der Investoren der Sportsbar in dem TSV-Komplex und einem Wedeler Unternehmer. Wie weit sie tatsächlich unter dem aktuell veranschlagten Gebäudewert bleiben, wollte Schmidt in konkreten Zahlen nicht sagen.

Erlös müsste an Stadt zurückfließen

Klar ist indes: Es sind nicht allein die neuen Erkenntnisse aus dem Wertgutachten, die einen Verkauf aus Stadt-Sicht „unwahrscheinlich“ machen, wie es der Verwaltungschef ausdrückte. Schmidt nennt drei weitere Faktoren, die bei der Veräußerungslösung zu berücksichtigen sind. Zum einen müsste der Pachtzins für das Erbbaugrundstück erhöht werden, wenn ein Privatmensch den Komplex übernimmt. Der TSV zahlen auf Grund seiner gemeinnützigen Tätigkeit derzeit einen verminderten Betrag. Zudem müsste die Pachtzeit selbst verlängert werden. Und schließlich müsse sichergestellt werden, dass das Geld, das durch den Verkauf eingespielt wird, an die Stadt zurückfließt. Denn, so Schmidt: Die 5,4 Millionen D-Mark, mit denen das Gebäude 1991 erreichtet wurde, waren städtische Gelder.

Was dagegen nach erstem Meinungsbild innerhalb der mit Fraktionsvertretern gebildeten TSV-Task-Force eine geeignetere Lösung darstellen könnte, sei eine Verpachtung durch den TSV, so Schmidt. Auch diese Option werde konkreter und sei prüfenswert, so der Verein denn dadurch tatsächlich seine finanzielle Situation in den Griff bekommen könnte, sagte Schmidt.

Skeptisch steht der Bürgermeister dagegen dem „Plan B“ gegenüber – der Übernahme des Gebäudes durch die Stadt. „Damit würden wir die Probleme des TSV in die eigenen Bücher nehmen.“ Sprich: Wedel müsste neben dem Sanierungsstau auch den Unterhalt finanzieren. „Und wir sind im Gegenteil gerade bestrebt, den eigenen Gebäudebestand zu verringern“, so Schmidt. Er sehe gute Chance, dass „gemeinsam eine Lösung für den TSV gefunden wird“. Allen sei bewusst, dass Wedel dem Verein helfen müsse. Es sei jedoch ebenso klar, dass die Stadt angesichts der bekannten Haushaltsprobleme dabei auch die eigene Finanzlage im Blick behalten müsse.

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