Wedeler TSV : TSV-Finanzkrise: CDU will „Task Force“

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Drohende Insolvenz: Stadt soll Verein unterstützen.

shz.de von
15. Juli 2015, 12:00 Uhr

Die Finanzkrise des Wedeler TSV lässt jetzt auch die Alarmglocken in der Politik schrillen. Per Dringlichkeitsantrag will die CDU in der Ratssitzung am Donnerstag die Einrichtung einer „TSV-Task-Force“ auf den Weg bringen. Hintergrund ist der geplante Verkauf des Vereinsheims, der den TSV aus der finanziellen Schieflage bringen soll.

Bereits am 22. Juli sollen die Sportler im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung über die Veräußerung entscheiden. Denn offenbar drängt die Zeit: Laut Informationen seitens des Vorstands des TSV sowie diverser Medienberichte „droht dem Verein spätestens im September 2015 die Insolvenz“, schreibt der CDU-Fraktionschef in der Begründung des Antrags. Bereits Ende Juni hatte TSV-Vorsitzender Jürgen Brenker auf Tageblatt-Anfrage bestätigt, dass mit einer Insolvenz zu rechnen sei, falls nicht kurzfristig Lösungen für die Haushalts-Misere gefunden werden. Brenker nannte neben dem Verkauf des Vereinsheims als Optionen eine erneute Beitragserhöhung oder eine einmalige Umlage.

Problem bei der Verkaufs-Lösung: Die Stadt ist Erbbaurechtsgeberin, sprich Grundstückseignerin der Vereinsheim-Immobilie. Als solche habe Wedel „nicht nur direkte Einflussmöglichkeiten, sondern auch eine Verantwortung bezüglich der Entwicklung des TSV Wedel und muss hier zeitnah und umfassend über alle rechtlichen und finanziellen Aspekte in Kenntnis gesetzt werden“, so Kissig. Um dies auch in der politischen Sommerpause zu gewährleisten, soll die „Task Force“ mit je einem Fraktionen-Vertreter und dem Bürgermeister installiert werden. Dezidiert nicht als Entscheidungsgremium, sondern um Entscheidungen vorzubereiten, so Kissig. Die Stadt sei Nutznießerin eines breit aufgestellten Angebots des TSV, das in das soziale, sportliche und schulische Leben Wedels hervorragend integriert sei, heißt es in der Antragsbegründung. Wedel müsse daher ein hohes Interesse daran haben, dass der Verein wieder in eine gesicherte Zukunft blicken und seinen Aufgaben auch künftig nachkommen könne. Die Stadt könne dabei aktiv eine beratende und unterstützende Rolle wahrnehmen, so die CDU-Sicht.

Bürgermeister Niels Schmidt erklärte auf Tageblatt-Anfrage, die Stadt sei über die Entwicklungen beim TSV informiert. Angesichts der Komplexität des Themas sei der Vereinsheim-Verkauf jedoch nicht kurzfristig zu entscheiden. So sei die Stadt nicht allein Erbbaurechtsgeberin, sondern habe auch öffentliche Mittel in den Vereinsheimbau gesteckt. „Da sind viele Umstände zu klären“, so Schmidt. Klar sei jedoch, dass der Verein eine Perspektive für den Fortbestand erarbeiten müsse. Schmidt sprach zudem von einer notwendigen kurzfristigen Verbesserung der finanzielle Situation. Er als Vereinsmitglied würde etwa der Erhebung einer Umlage zustimmen, so der Bürgermeister.

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