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Heizkraftwerk Wedel : Trotz Lärmmessung – Anwohner sind unzufrieden

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Trotz Lärmschallmessungen sind die Anwohner weiterhin unzufrieden. Die Messebedingungen seien nicht real gewesen.

shz.de von
erstellt am 13.Mai.2014 | 06:00 Uhr

Wedel | Auch wenn sich inzwischen einiges getan hat, der Ärger über den Lärm, den das Kohlekraftwerk von Vattenfall derzeit verursacht, ist bei den Anwohnern des Wedeler Elbhochufers nicht verflogen. Montag vor einer Woche wurden Lärmschallmessungen durchgeführt. Doch nicht unter realen Voraussetzungen, behauptet Anwohnerin Kirsten Lueckow. In der Zeit der Messungen, etwa zwischen 14 und 16.30 Uhr, habe lärmtechnisch eine veränderte Situation geherrscht.

Drei Lärmquellen stören die Vattenfall Nachbarn besonders: zum einen der Krach, der bei Schiffsentladungen entsteht, der Geräuschpegel, den die Kohleraupen verursachen, und der akustische Alarm, der angeht, wenn der Kran arbeitet. Obwohl das Signal sonst auch schon mal 16 Stunden am Tag ununterbrochen warnt, war es zum angekündigten Messtermin nicht zu hören, berichtet Lueckow: „Sonst hört man ihn aber deutlich“, bekräftigt sie. Außerdem habe das zu entladende Schiff an einer anderen Stelle als sonst, weiter flussabwärts festgemacht. „Das Schiff lag sehr weit weg.“ Und die Kohleraupen liefen nicht, fügt sie an.

Was die Anwohnerin aber erst richtig auf die Palme bringt, ist ein Brief, den Vattenfall seinen Nachbarn vergangenen Freitag in den Briefkasten warf. In ihm werden Arbeiten für eine Schallisolierung angekündigt, die sich aus einer nächtlichen Lärmmessung im vergangenen Februar ergaben. Darüber freuen sich die Anwohner natürlich. Was sie aber ärgert: Der Hinweis von Vattenfall, dass die akustischen Warnsignale bedaulicherweise nicht abzustellen seien, weil es sich um Arbeitssicherheitsmaßnahmen handele.

Abgestellt wollte Lueckow den Alarm auch gar nicht wissen. Aber wieso könne man nicht über Schallausrichtung, Lautstärke und Alternativen reden, fragt sie. Die Warnsignale schreibt der Gesetzgeber vor. Doch auch für Anwohner gelten Lärmschutzgesetze, so Lueckow.

Bei Vattenfall nachgefragt antwortet Projektkommunikator Stefan Tröber: „Die akustischen Warnsignale entsprechen den Anforderungen, das muss so sein.“ Des Weiteren müssten die Messungen von Montag jetzt erst einmal analysiert werden. Lueckows Fazit ist ein anderes: „Das muss man rechtlich angehen.“

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