Wedeler TSV : Trotz Kassenplus keine Entwarnung

Gerald Langeloh (v. l.), Leiter für Öffentlichkeitsarbeit, der Vorsitzende Matthias Dugaro, Sven Behrendt, Leiter Finanzen, und der stellvertretende Vorsitzende Lars Winckelmann wollen die Mitgliederzahl des Wedeler TSV in den kommenden vier Jahren um fast 50 Prozent steigern.
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Gerald Langeloh (v. l.), Leiter für Öffentlichkeitsarbeit, der Vorsitzende Matthias Dugaro, Sven Behrendt, Leiter Finanzen, und der stellvertretende Vorsitzende Lars Winckelmann wollen die Mitgliederzahl des Wedeler TSV in den kommenden vier Jahren um fast 50 Prozent steigern.

Reform der Satzung für den Herbst geplant. In der Diskussion: Durchschnittsbeitrag von 25 Euro im Monat.

shz.de von
28. März 2017, 16:20 Uhr

Wedel | Ein neues Vereinslogo, ein neuer Name, eine neue Satzung, eine Delegierten- statt einer Mitgliederversammlung, Arbeitsstunden für die Mitglieder und eine Gebührenerhöhung – der Vorstand des Wedeler TSV (WTSV) bot den 70 anwesenden Mitgliedern auf der Jahreshauptversammlung reichlich Diskussionsstoff. Die geplanten Entscheidungen blieben aber aus. „Informationen über neue Satzung und Beitragsordnung“ war den Mitgliedern in der Tagesordnung zu vage, um Entscheidungen zu treffen. So wurden nur Meinungsbilder abgefragt. Entscheidungen sollen auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Herbst dieses Jahres getroffen werden.

„Wenn nur 70 Mitglieder kommen und der Rest zu Hause auf dem Sofa sitzt und denkt, alles ist in Ordnung, finde ich das verheerend. Wir sind jetzt in der Phase des Transports des Kranken zur Genesung“, sagte der Vorsitzende Matthias Dugaro. Im vergangenen Jahr wies der Verein einen Gewinn von 81.719 Euro aus. „Das ist ein schönes Ergebnis, aber zu früh gefreut. Ohne die Verpachtung wäre es so gerade eine schwarze Null“, sagte Dugaro und meinte die Verpachtung des ehemaligen Sportlerheims an die Stadt Wedel, die dort Flüchtlinge untergebracht hat. Dafür erhält der Verein bis 2021 jährlich 96.000 Euro. „Das Ergebnis kommt aber auch zustande, weil wir wenige bis keine Investitionen in das Gebäude geleistet haben.“

Das soll sich im kommenden Jahr ändern, wie Sven Behrendt, Leiter Finanzen, den Mitgliedern erläuterte. 205.406 Euro sind für die Fassade, den Boden und weitere Reparaturen an der Sporthalle Bekstraße geplant. Das führe dazu, dass das Jahr 2017 laut Planung mit einem Minus von 93.240 Euro abgeschlossen würde. „Die Liquidität erlaubt das Defizit. Real liegt es bei 10.000 Euro“, sagte Behrendt. „Wenn wir jetzt nicht investieren, wird es im kommenden Jahr teurer.“

Uwe Drewes führte durch die Tagesordnung bei der Versammlung des Wedeler TSV.
Bastian Fröhlig
Uwe Drewes führte durch die Tagesordnung bei der Versammlung des Wedeler TSV.
 

Mehr wird der Verein für seine Übungsleiter ausgeben. „Wir haben gute Trainer, können aber bessere haben und wollen auch gute durch eine gerechtere Bezahlung halten“, so Dugaro. Während die Einnahmen aus der Verpachtung des Vereinsrestaurants Highlight sinken, ein neuer Vertrag wurde geschlossen, sollen die Energiekosten, die zukünftig direkt vom Highlight getragen werden, sinken. Als zusätzliche Kosten komme die Verdopplung der Erbpacht durch die Vermietung der Räumlichkeiten hinzu.

Vier Jahre habe der Verein Zeit, seine Finanzen zu ordnen, denn derzeit sei, laut Behrendt, aufgrund der geringeren Flüchtlingszahlen nicht davon auszugehen, dass die Pachtoption verlängert wird. „Wir brauchen mehr Mitglieder“, beteten er und Dugaro den Anwesenden fast gebetsmühlenhaft vor. Nach der außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juli 2015, in der der Verein mit massiven temporären Beitragserhöhungen die Insolvenz abgewendet hatte, fiel die Mitgliederzahl von 2790 auf aktuell 2185 Mitglieder. Hinzu kämen 190 Kursteilnehmer. Der Rückgang sei vor allem durch das Aussortieren von Karteileichen begründet, sagte der stellvertretende Vorsitzende Lars Winckelmann. Er betonte, dass es aktuell sogar eine „Flut von Neuanträgen“ gäbe. „Wir brauchen vorne eine drei“, gab Dugaro das Ziel von mindestens 3000 Mitgliedern aus. Daher sei die Mitgliederwerbung oberstes Ziel.

Die Mitglieder bestätigten den Zweiten Vorsitzenden Lars Winckelmann und Sven Behrend als Leiter Finanzen ebenso wie Gerald Langeloh als Leiter Öffentlichkeitsarbeit in ihren Ämtern. Elke Dempwolf wurde als eine von drei Schiedsrichtern gewählt. Die Position des stellvertretenden Leiters für Sportfragen konnte nicht besetzt werden.

„Wir werden es mit einer Gruppe von zehn Leuten nicht schaffen, den Verein dahin zu führen, wo er hingehört“, äußerte Dugaro den Wunsch nach mehr Mitarbeit der Mitglieder. „Wir brauchen eine größere Basis, die uns unterstützt, sonst haben wir irgendwann einen Burn- out.“ Bei der Satzungsreform im Herbst sollen die Mitglieder daher auch über Pflicht-Arbeitsstunden für den Verein – geplant seien derzeit drei pro Jahr – abstimmen. Zudem will sich der Verein neu aufstellen.

Die neue Homepage ist fertig. Die Mehrheit der Mitglieder tendierte auf der Versammlung dazu, den Namen von Wedeler TSV in TSV Wedel zu ändern. Viele Diskussionen wird es sicherlich über die Änderung des Logos geben. Zudem schlug der amtierende Vorstand vor, eine Delegiertenversammlung einzusetzen, die die Mitgliederversammlung außer bei Fragen wie Vereinsauflösung ersetzt. „Wir müssen die vorgegebene Mitgliederstärke erreichen, damit der Verein überleben kann“, sagte Dugaro.

Doch auch das könnte zu wenig sein, um die Finanzen auszugleichen. Daher werde über einen einheitlichen Beitrag für alle Mitglieder nachgedacht. Das Modell von Grund- und Spartenbeitrag soll verschwinden. Diskutiert wurde ein Durchschnittsbeitrag von 25 Euro. „Das wird aber von der Mitgliederstärke abhängen“, so Dugaro. Darüber sollen die Mitglieder im Herbst entscheiden. 

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