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Holm : Trio „Luz y Sombra“ fasziniert mit Benefizkonzert

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Fast 200 Musikliebhaber drängten sich in den Firmenräumen am Bredhornweg, um das Tango-Konzert des Trios „Luz y Sombra“ zu erleben.

shz.de von
erstellt am 09.Nov.2015 | 16:00 Uhr

Holm | „Der Hereinkommen hat Sie nichts gekostet, aber das Rausgehen nachher geht richtig ins Geld“, drohte Jan-Ulrich Bernhardt der Menschenmenge. Fast 200 Musikliebhaber drängten sich in den Firmenräumen am Bredhornweg, um das Tango-Konzert des Trios „Luz y Sombra“ zu erleben. Der Eintritt war gratis, wie es bei „Ars Secumaris“-Veranstaltungen im Hause von Bernhardt Apparatebau Tradition ist. Aber am Ende des Abends standen Catherine Besendahl und Martina Ringel als Spendensammlerinnen an den Ausgängen. Und der Firmenchef behielt recht: Es regnete Scheine.

Das Geld soll in der Holmer Flüchtlingshilfe Gutes tun. „Wir arbeiten zwar alle ehrenamtlich, aber Sprachförderung und andere Angebote verursachen trotzdem Kosten, erläuterte Besendahl. Sie gehört zu den Organisatoren des „Menschen treffen Menschen“-Cafés, in dem Einheimische und Asylsuchende sich kennen und respektieren lernen. Dazu dienen interkulturelle Treffen, die an jedem zweiten und letzten Donnerstag im Monat von 15 bis 16.30 Uhr im Gemeindehaus, Steinberge 18, stattfinden. Und sowohl Bernhardt als auch Besendahl warben um Beteiligung, denn „Helfer und Sprachpaten werden stets gesucht“.

Es geht aber auch um kulturelle Integration. Deshalb hatten Besenthal und ihre Mitstreiter an diesem Abend gleich mehrere ihrer Schützlinge im Schlepptau. Wael Alsharbji aus Syrien war einer von ihnen. Mit großem Interesse ließ er die Tango-Rhythmen auf sich wirken.

Tatsächlich faszinierten die Darbietungen der drei Berliner Musikerinnen Miriam Erttmann (Violine), Katja Steinhäuser (Klavier) und Kymia Kermani (Klarinette) alle Zuhörer, darunter auch kenntnisreiche Experten der Musik aus Argentinien. So wie Erika Faundes Castro, die viele Jahre in Südamerika gelebt hat. Sie tanze auch gerne, aber Tango lieber nicht, verriet die Hamburgerin, denn der Tanz sei ihr zu sehr auf den führenden Mann ausgerichtet.

Zum Tanzen war das Spiel des „Luz y Sombra“-Trios auch gar nicht geeignet. Was die drei in eindrucksvoller Weise darboten, war konzertante Musik, zumeist Kompositionen von Astor Pantaleón Piazzolla, der als Bandoneon-Spieler und Komponist den herkömmlichen schwarzmalerischen „Tango Triste“ umkrempelte und vielerlei Stimmungen in seinen Werken Ausdruck verlieh.

Was allerdings auffiel, waren die starken mythologischen Bezüge der Musikstücke. Fast immer ging es um Engel oder Teufel. Manchmal hörte es sich echt höllisch an, was Miriam Erttmann dazu mit ihrer Geige anstellte. Aber immer folgten liebliche Sphärenklänge, etwa wenn ein zu Tode gekommener Engel wieder auferstand.

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