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Bürgerinformation in Heist : Transparenz in der Flüchtlingsfrage

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Etwa 100 Gäste folgten der Einladung zur Bürgerinformation des Heistmer Bürgermeisters. Anwerbestopp für Wohnraum.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2016 | 14:00 Uhr

Heist | Die Stimmung im Saal des Heistmer Lindenhofs war ruhig und sachlich: Etwa 100 Gäste waren der Einladung von Bürgermeister Jürgen Neumann (CDU) gefolgt, um sich über die Situation der Flüchtlinge in der Gemeinde zu informieren. Die Zuhörer waren meist ältere Bürger, aber auch diverse Flüchtlingshelfer aus Uetersen und Tornesch kamen zur Unterstützung ihrer örtlichen Mitstreiter.

„Ich bin begeistert, wie hoch die Resonanz ist“, sagte Neumann, der denn auch gleich unter sporadischem Beifall zwei junge syrische Flüchtlinge begrüßte, die seit längerem mit großem Erfolg einen in Heist angebotenen Deutsch-Kursus besuchen. Ziel der Veranstaltung sei, Transparenz zu zeigen. Wichtig sei ihm ein offener Umgang mit der Situation, die sich niemand ausgesucht habe. „Das Ehrenamt in Deutschland funktioniert“, erkannte Neumann an.

Für die Unterbringung der vom Land zugewiesenen Flüchtlinge ist das Amt Moorrege zuständig. Und so war denn auch Amtsdirektor Rainer Jürgensen der an diesem Abend meist Geforderte. Der Zustrom sei derzeit etwas abgeebbt. „Ob das so bleibt, weiß keiner“, sagte Jürgensen. Den sieben amtsangehörigen Gemeinden sind 352 Flüchtlinge zugewiesen, 50 davon würden in Heist untergebracht. Diese Zahl wurde allerdings von einer Flüchtlingshelferin bezweifelt – es seien nur 27. Über die Anzahl entbrannte eine kurze Diskussion, die bei Zuhörern Kopfschütteln auslöste. Jürgensen konnte keine genaue Zahl nennen. Tatsache aber sei, dass er jederzeit die 50 bestehenden Plätze auffüllen könnte. Ein Bürger wollte wissen, ob 50 Plätze die Obergrenze sei. Antwort: Es können auch mehr werden.

Im Heideweg in Heist stehen drei mobile Ferienhäuser, in denen vom Amt Moorrege Flüchtlinge untergebracht werden.
Im Heideweg in Heist stehen drei mobile Ferienhäuser, in denen vom Amt Moorrege Flüchtlinge untergebracht werden. Foto: Stange
 

Derzeit hat Jürgensen ein Anwerbestopp für Wohnraum angeordnet, Neumann rief dagegen auf, Wohnraum zu melden, der angemietet werden könne. Seine Begründung: „Dann haben wir was auf der Warteliste.“ Sorge bereitete der Einsatz von zwei Krankenwagen, die eine Schwerkranke nach Heist brachten. Die Sanitäter hätten Mundschutz getragen, so der verunsicherte Bürger. Die Flüchtlingsfrau werde in Heist von ihrem Sohn betreut, habe Monate im Krankenhaus verbracht und werde in zwei Wochen operiert. Die Kosten übernehme Hamburg, dort sei die Frau gemeldet, so Jürgensen.

Aus polizeilicher Sicht machen die Flüchtling keine Probleme, betonte Uetersens neuer Stationsleiter Hans-Otto Crantz: „In Heist gab es keine einzige Straftat durch Flüchtlinge.“ Jürgensen rief dazu auf, die Schutzsuchenden zu integrieren. Und riet, doch einfach mal bei den drei mobilen Unterkünften im Heideweg vorbeizuschauen, um sich selbst ein Bild zu machen. www.ich-helfe.sh

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