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Kleinanzeigen im Internet : Teure Abo-Falle: Verbraucherschutz warnt vor LiQuiDaDo.de

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Internet-Verkaufsportal LiQuiDaDo verlangt 199 Euro Gebühren von Kaufinteressenten pro Jahr.

Pinneberg | LiQuiDaDo.de ist ein Internet-Verkaufsportal für Restposten. Die Aufmachung ähnelt stark dem etablierten Portal Ebay Kleinanzeigen. Wer sich auf LiQuiDaDo.de nach Schnäppchen umschaut, gerät leicht in eine Abo-Falle. Das berichtet die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Der Anbieter hat kürzlich seine Geschäftsbedingungen und die Voraussetzungen für die Anmeldung auf dem Portal geändert. Bei der Registrierung auf dem Portal erscheinen zwei Buttons: „Kostenlos registrieren als Verbraucher“ und „Kostenlos registrieren als Unternehmer“. Wer den Verbraucher-Button wählt, bekommt den Hinweis, dass die Anmeldung für Verbraucher nicht mehr möglich ist. Nur über den Unternehmer-Button können Nutzer sich anmelden.

Wenn der Kaufinteressierte Kontakt zu einem Verkäufer aufnehmen will, muss er zuvor einen „kostenpflichtigen Premium-Dienst“ bestellen. Der Testzugang für 24 Stunden kostet 0,99 Euro. Wer nicht innerhalb von einem Tag kündigt, bekommt eine Jahresrechnung über 199 Euro – ohne Recht auf Widerruf.

„Nach meiner Auffassung richtet sich das Angebot an Verbraucher, auch wenn es anders dargestellt ist“, so Boris Wita, Jurist bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein. Nutzer können kaum erkennen, dassLiQuiDaDo.de nur noch für Unternehmen zugänglich ist. Nur ein kleiner Hinweis deutet darauf hin, dass es sich um einen B-to-B-Kleinanzeigenmarktplatz (business to business) handelt. Doch die Abkürzung „B-to-B“ oder „B2B“ versteht nicht jeder.

Nach Ansicht der Verbraucherzentrale verstößt das Portal damit gegen gesetzliche Regeln. Demnach müssen beide Vertragspartner die wesentlichen Inhalte des Vertrags und die Zahlungsverpflichtung kennen.

Die Verbraucherzentrale rät:

1. Verbraucher sollten sich nicht als Unternehmer auf der Plattform anmelden. Wer vortäuscht, Unternehmer zu sein, riskiert seine Rechte als Verbraucher.

2. Wer bereits einen Vertrag geschlossen hat, sollte den Vertragsschluss schriftlich bestreiten, den Abschluss anfechten, hilfsweise widerrufen und vorsichtshalber kündigen. Hilfe zur Selbsthilfe bietet die Beratungsstelle der Verbraucherzentrale mit Musterbriefen.

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erstellt am 04.Dez.2016 | 10:21 Uhr

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