Verkehrsberuhigung : Tempo-30-Zonen in Wedel: Jetzt wehrt sich die Rissener Bürgerinitiative

Im April beginnen die Arbeiten für eine Verkehrsberuhigung im Tinsdaler Heideweg. 2019 sollen die baulichen Maßnahmen im Tinsdaler Kirchenweg folgen.
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Im April beginnen die Arbeiten für eine Verkehrsberuhigung im Tinsdaler Heideweg. 2019 sollen die baulichen Maßnahmen im Tinsdaler Kirchenweg folgen.

Gesprächsangebot: Rissener BI lädt Kritiker Christian Fuchs, MIT-Kreischef, zum Ortstermin ein.

shz.de von
14. März 2018, 12:50 Uhr

Wedel | Der Streit um den Verkehr zwischen Wedel und Hamburg geht in die nächste Runde. Auf die harsche Kritik von Christian Fuchs, Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung des Kreises, an der kommenden Verkehrberuhigung auf den Straßen Tinsdaler Heideweg und Tinsdaler Kirchenweg, antwortet jetzt die Rissener Bürgerinitiative (BI) TKW 30. Man sei irritiert über die Unkenntnis des Kreisvorsitzenden, heißt es in einer Pressemitteilung, wolle einige Irrtümer des MIT-Chefs aufklären und lade ihn zu einem Ortstermin ein.

Kritik an Umwandlung

Fuchs hatte einerseits die Umwandlung der Straßen in 30er Zonen an sich scharf angegriffen. Andererseits die fehlende Koordinierung der Arbeiten kritisiert, die im April mit einer zweimonatigen Vollsperrung des Heidewegs bis Höhe Flerrentwiete beginnen, obwohl die Sanierungsmaßnahmen auf der B431 noch nicht abgeschlossen sind. Bebauung und Infrastruktur von Wedel und Hamburgs Westen seien längst zu einer Einheit zusammengewachsen, so sein Argument. Die Tempo-30-Zonen im südlichen Rissen beträfen somit auch Wedel und würden einen vernünftigen Verkehrsabfluss behindern. Der BI warf der MIT-Kreischef egoistisches Denken vor. Bezüglich der Klagen gegen den B-Plan-Businesspark wetterte er, Hamburg sei eine Handvoll Inhaber von Luxus-Immobilien am Elbhochufer wichtiger als das Entstehen von Arbeitsplätzen in Wedel.

Offenbar kenne Fuchs die betreffenden Straßen nicht und wisse auch nichts über die Historie des Ansinnens, entgegnet die BI jetzt: Bereits „seit Jahrzehnten fordern Bürger Verkehrsberuhigung in den Straßen, um dem wachsenden Schleichverkehr durch Wohnstraßen im Rissener Süden etwas entgegenzusetzen. Die Forderung ist deutlich älter als Planungen eines so genannten ‚Business Parks‘ in Wedel“, heißt es in der Pressemitteilung. Weil in den vergangenen zwei Jahren Schulkinder schwer verunglückten, sei der Handlungsbedarf gestiegen. „Luxus-Immobilien am Elbhochufer“ befänden sich zudem nicht an den Straßen, stellt die Initiative klar.

Einladung zum Rundgang

Damit sich der Kreisvorsitzende selbst ein Bild machen könne, lädt ihn die BI zu einem Rundgang durch Tinsdaler Heide- und Kirchenweg während des morgendlichen Berufsverkehrs ein: „Zu einer Zeit, in der sich beispielsweise Kinder auf den Weg zur Grundschule am Iserbarg machen.“ Und sie bietet Fuchs ein Gespräch an: „Lassen Sie uns doch zukünftig miteinander statt übereinander reden.“ Die BI freue sich auf Terminvorschläge, so die Offerte.

Neben der direkt kritisierten BI hat sich darüber hinaus auch die SPD Wedel zum Verkehrsstreit zu Wort gemeldet. Seit zehn Jahren fordere man ein zukunftsorientiertes Verkehrskonzept, heißt es in einer Stellungnahme der Partei. Ein erneuter Antrag werde im nächsten Rat am Donnerstag, 22. März, gestellt.

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