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Haseldorf : Temperamentvolle Zeitreise in der Bandreißerkate

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Entertainerin Anna Haentjens aus Elmshorn begeisterte ihr Publikum. Kritische Betrachtungen der Frauenrolle.

shz.de von
erstellt am 04.Nov.2014 | 14:00 Uhr

Haseldorf | Kaum hatte Entertainerin Anna Haentjens die kleine Bühne der Bandreißerkate erklommen, war schon der ganze Raum von ihrer lebhaften Präsenz erfüllt. Mehr als 70 Fans und Stammgäste der Haseldorfer Kultureinrichtung begrüßten sie und ihren Begleiter am Klavier, Ulrich Stolpmann, mit erwartungsfrohem Applaus.

Immerhin war eine „musikalisch-literarische Zeitreise in Liedern und Texten“ mit dem viel versprechenden Titel „Schlank sein wie ein Mannequin – Frauenbilder aus der Welt der Werbung“ angekündigt worden.

Gleich das erste Lied von Haentjens „Schlank sein wie ein Mannequin“ mit Worten von Maurus Pacher und Musik von Abi Ofaim / Robert Frank-Jacobi machte dem Publikum klar, wohin übertriebener Schönheitswahn führen kann, nämlich zur Figur eines Hungertuchs: vorne flach und hinten flach und bar jeden Sexappeals, ein Ende aller Lustgefühle .

Dabei ist doch gerade dieser so besonders wichtig, speziell bei den Hausfrauen von damals und den Frauen im Berufsleben heute – jedenfalls wenn es nach den Unmengen an Gazetten und Hochglanzmagazinen geht.

Mit Witz, Wissen, Charme, unterstreichender Gestik und dramatischer Mimik baute Haentjens das Frauenbild aus der Werbung seit 1929 bis heute auf. Dabei waren keine großen Unterschiede zu erkennen, nach wie vor scheint das Aussehen einer Barbie-Puppe genau das Richtige zu sein, um scheinbar mühelos, unverschwitzt, makellos und strahlend das Familienunternehmen zu managen. Besonders das US-Amerikanische Magazin „Harper’s Bazaar“ hatte es Haentjens angetan. Sie las kuriose Ratschläge in Sachen Entfettungskuren, Schönheit oder Mode vor.

Haentjens zeigte bei all der Komik, auch gut verpackt die Tragik eines Frauendaseins mit all seinen aufoktroyierten, einfältigen und einengenden Rollenbildern kritisch auf. Das Publikum dankte mit viel Applaus.

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