zur Navigation springen

Bürgermeisterwahl in Wedel : Teil 1: Der Kandidaten-Check

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Am 28. Februar wird gewählt: Amtsinhaber Niels Schmidt und Herausforderin Claudia Wittburg stellen sich den Tageblatt-Fragen.

shz.de von
erstellt am 17.Feb.2016 | 17:45 Uhr

Wie charakterisieren Sie sich selbst?

Claudia Wittburg: Neugierig, belastbar, mutig mit dem absoluten Willen, Dinge zu verändern und besser zu machen.
Niels Schmidt: Ich mag Menschen, bin offen und verfüge über ein ausgeprägtes Pflichtbewusstsein. Von der emotionalen Grundeinstellung bin ich positiv und fröhlich – wenn Ereignisse mich berühren, geht mir das aber auch sehr nahe. Bei manchen Dingen können sogar Tränen fließen.

Warum sind Sie der bessere Bürgermeister/die bessere Bürgermeisterin?

Wittburg: Mein unverstellter Blick auf die aktuelle Entwicklung in Wedel, meine acht Jahre Berufserfahrung in der Verwaltung und ebenso lange Erfahrung in der freien Wirtschaft werden frischen Wind in die Verwaltung und die bestehenden Herausforderungen bringen. Großprojekte wie der neue Schulauer Hafen, die in Planung und Umsetzung Mängel aufweisen und die Steuerzahler viele Millionen kosten, wird es bei mir nicht geben. Bürgerbeteiligung ist bei mir nicht nur eine leere Worthülse.
Schmidt: Ich bin in Wedel verwurzelt, meine qualifiziert Ausbildung als Dipl. Verwaltungswirt und meine langjährige Erfahrung sind das Handwerkszeug für das Amt. Ich sehe es nicht als bloßen Job, sondern als Berufung, die 24 Stunden und sieben Tage in der Woche vollen Einsatz verlangt.

Ändert sich nach der Wahl etwas im Rathaus?

Wittburg: Es wird sich für die vielen Wedeler Bürger, Bürgerinnen und Unternehmen, die mit der Entwicklung der letzten Jahre in Wedel nicht zufrieden waren, einiges ändern. Wir müssen mehr miteinander reden und zuhören. Politik und Verwaltung müssen bürgernah arbeiten und die Sorgen und Nöte ihrer Bewohner ernst nehmen. Es wird eine regelmäßige Bürgersprechstunde geben und das Gespräch mit Wedels Unternehmen gesucht.
Schmidt: Wie schon bisher ist alles im Fluss. Es ändert sich ständig etwas, weil wir darauf reagieren, wie die Welt um uns herum sich  ändert. Für neue Herausforderungen werde ich neue Antworten finden. Die Richtschnur aber bleibt gleich: Die Stadtverwaltung ist Dienstleister und Partner der Bürgerinnen und Bürger.

Welche Qualitäten muss ein Bürgermeister/eine Bürgermeisterin zwingend mitbringen?

Wittburg: Eine Bürgermeisterin ist verlässlich, glaubwürdig, unabhängig und aufrichtig. Professionelles Auftreten und Belastbarkeit gehören genauso dazu wie Diplomatie und Souveränität. Sie behält auch in schwierigen Situationen das Allgemeinwohl im Auge und entscheidet im Sinne der Stadt Wedel. Dabei darf die Menschlichkeit nicht auf der Strecke bleiben. Eine Gesellschaft misst man daran, wie sie mit ihren Schwächeren umgeht. Die Bürgermeisterin wird immer ein waches Auge haben und sie schützen.
Schmidt: Das Wichtigste ist eine gute fachliche Qualifikation. Ohne sie kann man eine Verwaltung nicht führen, sondern wird geführt. Gleich danach kommen Offenheit, Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, Empathie, Pflichtbewusstsein und Entscheidungsstärke.

Steckbrief: Niels Schmidt ist 55 Jahre alt und in Wedel geboren. Schmidt ist verheiratet. Der ausgebildete Dipl. Verwaltungswirt hat das Wahlkampfmotto: „…, weil es um Wedel geht.“

Welches Projekt oder welche Entwicklung in Wedel würden Sie gern auf Null zurückdrehen und neu aufziehen?

Wittburg: Das sind mehrere, etwa das Hafenprojekt. Insbesondere mit Blick auf die Haushaltssituation in Wedel hätte bedachter und besonnener entschieden werden müssen. Dann wäre da die Abgabe der Planungsrechte für das Kohlekraftwerk. Die Zuschauerrolle steht Wedel nicht. Auch bezahlbarer Wohnraum hätte schon vor vielen Jahren mehr als nur angedacht werden müssen.
Schmidt: Im Nachhinein ist man immer schlauer. Entscheidungen werden immer unter bestimmten Rahmenbedingungen getroffen. Wenn die sich ändern, muss man reagieren und nachregeln, aber Projekte und Dinge komplett wieder zu verwerfen, bedeutet Stillstand für eine Stadt oder sogar Rückschritt. Deshalb gibt es nichts, was ich komplett zurückdrehen würde. Ich weiß, Wedel ist auf allen Gebieten auf einem guten Weg und wird die kommenden Herausforderungen meistern.

Angenommen, Sie hätten fünf Millionen Euro: Wie würden Sie das Geld für Wedel investieren?

Wittburg: Einen Teil würde ich für Wedels Schuldenabbau nutzen. Den anderen Teil würde ich in sinnvolle und langfristige Wirtschaftsförderung investieren. Von diesen Steuereinnahmen profitieren alle in Wedel, und das Geld kann in sozialen Bereichen sinnvoll verwendet werden.
Schmidt: Zur Zeit würde ich das Geld „auf die hohe Kante“ legen, um den Eigenkapitalverzehr der letzten Jahre zu kompensieren. Denn es ist wichtig, die Leistungsfähigkeit auch für die Zukunft zu sichern.

Was wollen Sie jetzt beichten, bevor es möglicherweise nach der Wahl ans Licht kommt?

Wittburg: Ich habe nichts zu beichten und bereue nichts in meinem Leben. Aber ich habe ein kleines Geheimnis: Ich wünsche mir ein Doppeldate mit Herrn Schmidt und unseren Ehepartnern beim HSV. Wer die Wahl gewinnt, lädt ein.
Schmidt: Es gibt nichts zu beichten. Im Gegenteil: Ich habe ganz bewusst unangenehme Themen, wie den Prüfbericht zur Erweiterung des JRG noch vor der Wahl in die Diskussion gebracht.

Steckbrief: Claudia Wittburg ist 35 Jahre alt (zur Wahl 36), also nur fünf Jahre jünger als Niels Schmidt bei seinem Amtsantritt. Der Geburtsort ist Halberstadt. Claudia Wittburg ist verheiratet. Die ausgebildete Bankkauffrau und Diplom-Medienwirtin hat das Wahlkampfmotto: „Wittburg für Wedel – Mit Herz für unsere Rolandstadt: unabhängig, transparent, familienfreundlich.“

Welches ist Ihr Lieblingsort in Wedel?

Wittburg: Ich liebe es am Wasser zu sein. Ob an oder auf der Elbe, am Mühlenteich, U-Bootsteich oder an der Aue. Wedel hat glücklicherweise viele Orte am Wasser. Am liebsten bin ich dort mit meiner Familie und Freunden.
Schmidt: Ohne Zweifel die Elbe und zwar der Molenkopf der Ostmole.

Was kann die Stadt noch tun, um ihre finanzielle Lage zu verbessern?

Wittburg: Wir müssen aktiv auf die Unternehmen zugehen und die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen. Firmenumzüge und Existenzgründungen in Wedel müssen gefördert werden. Steuerausfälle einiger großer Unternehmen müssen auf neue Steuereinnahmen vieler kleinerer Unternehmen verteilt werden. Bund, Land und Kreis müssen stärker in die Pflicht genommen werden beim Ausbau der Infrastruktur und bei sozialen Themen. Wedel darf nicht freiwillig auf Landesmittel verzichten, weil es immer so praktiziert wurde.
Schmidt: „It’s the economy, stupid!“ hieß es mal in einem US-Wahlkampf. „Auf die Wirtschaft kommt es an, Dummkopf!“ – das gilt immer noch. Die Wirtschaftsförderung und ich arbeiten hart daran, Bestandsunternehmen Chancen zur Expansion zu geben und neue Unternehmen anzusiedeln, um die Finanzkraft nachhaltig zu verbessern. Gerade der Business Park bietet Perspektiven. Aktuell ist entscheidend, den Anstieg der laufenden Aufwendungen unter dem Anstieg der laufenden Erträge zu halten.

Lesen Sie Donnerstag Teil 2 des Fragen-Duells der Bürgermeisterkandidaten im Wedel-Schulauer Tageblatt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert