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Wedel-Schulauer Tageblatt

17. Dezember 2017 | 19:11 Uhr

Technische Fantasien zum Anfassen

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Steampunk-Künstler Aeon Junophor präsentiert seine Werke im Rahmen der Kreiskulturwoche am 30. April im Möller Technikon

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2016 | 16:00 Uhr

Die glatte, kühle Welt der Apple-Produkte ist ganz weit weg, wenn Aeon Junophor die neusten Produkte seines „Dampfkraftlabors“ auf den Tisch legt. Der kupferne Spazierstock des Steampunk-Künstlers ist nicht durch Wischen und Tippen zu bedienen. Stattdessen kann der Träger an einem Rad drehen und prompt leuchtet ein Plasma-Strahl im Stab auf. Wer diese Mischung aus scheinbar überholter und moderner Technik selbst erleben möchte, hat im Rahmen der Kreiskulturwoche Gelegenheit dazu. Am Sonnabend, 30. April, zeigt Junophor eine Auswahl seiner technischen Fantasieobjekte aus einer „längst vergangenen Zukunft“ von 14 bis 18 Uhr im Möller Technikon, Rosengarten 10.

Wenn Aeon Junophor nicht gerade als Direktor des Dampfkraftlabors tüftelt und schraubt, heißt er ganz bürgerlich Fritz Eckert, arbeitet als Bauingenieur und lebt in Hetlingen. Seit 2010 hat sich der gelernte Tischler der fantastischen Welt des Steampunk verschrieben. Wenn er technische Spielereien im viktorianischen Retro-Design konstruiert, schlüpft der Hetlinger in die Rolle seines Steampunk-Alter Egos. „Bei nächster Gelegenheit werde ich mir diesen Künstlernamen auch in den Personalausweis eintragen lassen“, so Junophor. Als sogenannter „Maker“ ist der Tüftler eine prominente Figur der Szene. Er schätzt, dass sich zirka 20 Prozent der Steampunks tatsächlich mit technisch anspruchsvollen Basteleien beschäftigen. Nimmt man aber auch Szenegänger hinzu, die Kostüme oder Schmuck entwerfen, steigt die Zahl der „Kreativen“ gleich auf 90 Prozent. Kein Wunder. Ästhetik und Einzigartigkeit sind für Junophor wichtige Merkmale des Steampunk, kleine Kampfansagen an Beliebigkeit und schnöde Funktionalität. Auch der Gedanke des „Upcyclings“ ist essenziel, das Wiederverwerten und Neugestalten aus den Überresten der Konsumgesellschaft. So hortet Junophor in seinem Dampfkraftlabor auch ausrangierte Linsen oder kistenweise Uhrenräder. Er arbeitet am liebsten mit Kupfer, Messing und Sperrholz und Vulkanfiber und erzeugt so eine klassische Steampunk-Ästhetik, die an Jules-Vernes-Romane erinnert.

Während der Ausstellung im Möller Technikon können die großen und kleinen Besucher dann selbst an Plasma-Flackerlichtern Hand anlegen, an massiven Ventilen herumdrehen und Perlen aus Uranylacetat im Dunkeln leuchten lassen. Für die Experimente in der Finsternis schraubt Junophor in seiner Werkstatt gerade noch an einer ganz besonderen Dunkelkammer.

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