Kommunalwahl : Stühlerücken bei Wedels Grünen

Die ersten zehn Listen-Kandidaten  von Bündnis 90  /  Die Grünen Wedel: Olaf Wuttke (von rechts, Listenplatz 2), Nadine Mai (9), Aysen Ciker (3), Ewa Gotzes (7), Petra Kärgel (1), Dagmar Süß (5), Karin Blasius (10), Willi Ulbrich (4), Rainer Hagendorf (6) und Ralf Sonntag (8).
Die ersten zehn Listen-Kandidaten von Bündnis 90 / Die Grünen Wedel: Olaf Wuttke (von rechts, Listenplatz 2), Nadine Mai (9), Aysen Ciker (3), Ewa Gotzes (7), Petra Kärgel (1), Dagmar Süß (5), Karin Blasius (10), Willi Ulbrich (4), Rainer Hagendorf (6) und Ralf Sonntag (8).

Drei von sechs aktuellen Mandatsträgern haben keine Plätze auf der Liste für die Kommunalwahl im Mai.

shz.de von
22. Januar 2018, 16:00 Uhr

Wedel | Stühlerücken bei Wedels Grünen: Gleich drei der aktuell sechs Ratsmitglieder finden sich nicht auf den ersten zehn einzeln abgestimmten Plätzen der Liste für die Kommunalwahl am 6. Mai wieder: Gertrud Borgmeyer, Thomas Grabau und Gudrun Jungblut.

Borgmeyer stand noch 2013 auf Listenplatz eins der Orts-Grünen. Seinerzeit war sie Fraktionschefin und startete auch als solche in die aktuelle Wahlperiode. 2014 jedoch trat sie von ihrem Posten zurück, auch aufgrund interner Spannungen. Ihr Nachfolger wurde Olaf Wuttke. Borgmeyer ist aktuell Sprecherin des Grünen-Kreisverbands, dort jedoch ebenfalls ohne Kandidatur. Auch in Wedel hatte sie sich nicht wieder zur Wahl gestellt.

Anders Grabau. Der amtierende Vorsitzende des Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschusses hatte ebenso wie Wuttke für Listenplatz zwei kandidiert und unterlag deutlich. Platz vier, wo Grabau neben drei weiteren Kandidaten antrat, holte Willi Ulbrich. Die Grünen besetzen alternierend einen Frauen- und einen offenen Listenplatz. Grabau zielte dann mit Platz sechs auf einen weiteren Rang mit durchaus noch aussichtsreichen Chancen auf ein Ratsmandat. Wieder gab es vier Bewerber, wieder holte ein anderer mehr: Umweltbeiratssprecher Rainer Hagendorf.

Bei Platz acht reichte es Grabau dann. Auf die Frage, ob er antrete, gab er merklich angefressen zurück: „Nein, meine Schmerzgrenze ist erreicht. Ich merke, hier ist in der Fraktion kein Platz für Fundis.“ Grabau, der aktuell im Kreistag sitzt, bleibt indes ein aussichtsreicher Listenplatz vier im Kreisverband.

Youngster wird erst kurz vor der Wahl 18

Jungblut kam 2013 auf SPD-Ticket in den Rat, bevor sie mit den Sozialdemokraten brach und zunächst parteilos weitermachte. 2015 wechselte sie in die Grünen-Fraktion, die damit von fünf auf sechs Sitze erstarkte. Während der Wahlversammlung war sie selbst nicht anwesend, hatte aber ihre Kandidatur für Platz fünf erklärt. Den ergatterte jedoch Dagmar Süß, die bereits vor eineinhalb Jahren für die Grünen in den Stadtwerke-Aufsichtsrat entsandt wurde.

Neuer Anlauf von Jungblut also für Platz sieben. Da machte klar der Youngster des Abends das Rennen: Ewa Gotzes, 17 Jahre alt, „bei der Wahl aber 18“, Frau der ersten Stunde der neu gegründeten Grünen Jugend Wedel, aktuell in Abi-Vorbereitungen.

Erste Feuertaufe

Neben vielen offenen Sympathiebekundungen für ihr Antreten gab’s auch die erste Feuertaufe für sie: Weil Sitzungsleiterin Borgmeyer einen Wahlzettel mit „Nein“ als ungültig werten wollte, drohte die Wedeler Ex-Bundestagsabgeordnete Valerie Wilms, die Wahl anzufechten. „Ich habe mit Nein gestimmt, weil ich beide nicht will“, outete sich Wilms mit ihrem Votum in der geheimen Abstimmung. Zuvor hatte sie Gotzes, die angab, Medizin studieren zu wollen, eindringlich erklärt: Ein Ratsmandat sei eine Verpflichtung für fünf Jahre. Wilms bezweifelte offenkundig, dass Gotzes eine solche in ihrer Situation mit möglichem Wohnortwechsel eingehen könne. Bedenken, die das Gros der Versammlung augenscheinlich nicht teilte. Auch Gotzes selbst bekräftigte ihre Bereitschaft zur Kandidatur. Und die Zählkommission ließ schließlich Wilms „Nein“ gelten.

Geschmeidig lief es dagegen bei den Einzelvoten für die übrigen Plätze: Ratsfrau Petra Kärgel wurde ohne Gegenkandidatin auf Listenplatz eins gewählt. Ebenso erging es Aysen Ciker, die derzeit das Amt der stellvertretenden Stadtpräsidentin inne hat, auf Platz drei. Auf Platz acht steht Ralf Sonntag, aktuell Bürgerlicher im Umwelt-, Bau und Feuerwehrausschuss. Platz neun hat Nadine Mai, die zudem aussichtsreich auf der Kreisgrünen-Liste steht. Platz zehn ging an Karin Blasius. Die Plätze elf bis 16 wählten die Stimmberechtigten schließlich en bloc.

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