Strick-Mode made in Gemsmo

Kyra Domke (rechts) und Anna von Döhren finden Handarbeiten einfach klasse.
Kyra Domke (rechts) und Anna von Döhren finden Handarbeiten einfach klasse.

Moorreger Handarbeits-Schülerfirma „Knit and Crochet“ sucht Aufträge / Drei Teenager möchten ein ganzes Team ausstatten

shz.de von
27. Januar 2018, 16:00 Uhr

Sie stricken und häkeln, was das Zeug hält: Kyra Domke, Anna von Döhren und Celina Peyn sind das Team von der Schülerfirma „Knit and Crochet“ der Gemeinschaftsschule Moorrege (Gemsmo). Nachdem nahezu alle Freunde und Bekannte mit Mützen und Schals versorgt wurden, sind die drei 16-jährigen Zehntklässlerinnen nun auf der Suche nach neuen Aufträgen. Ihr Traum: einmal ein ganzes Team einstricken.

Seit 2014 gibt es an der Gemsmo Schülerfirmen. Teenager mit Geschäftsideen sind schließlich die Macher von morgen. Etwas wagen, auch mal pleite gehen und trotzdem wieder aufstehen – all das können die Mädchen und Jungen von der Pike auf mit Lehrerunterstützung lernen. Alles funktioniert wie im Erwachsenenleben. Als erstes kommt die Idee, dann muss ein Konzept geschrieben, ein Businessplan aufgestellt und der Unternehmung ein Name gegeben werden. Erst dann fließt Geld per Kleinkredit.

Kyra und Anna waren als Siebtklässler schon einmal handarbeitend aktiv. Nach den Sommerferien 2017 wurde auf drängen von Lehrer Tobias Führmann eine Neuauflage gewagt. Damit das Geschäft weiter floriert, werden jetzt dringend neue Kunden gesucht. Die Mädchen sind schon echte Profis. Anna hat den Umgang mit Wolle und Nadeln bereits als kleines Mädchen von der Uroma gelernt, die Fähigkeiten wurden von ihrer Großmutter Jutta Teetz, die ebenfalls in Moorrege lebt, vertieft. Kyra hat sich ihr Wissen via Internet angeeignet über Videos von Youtube. Auf die Frage, warum, antwortet sie: „Das weiß ich auch nicht mehr so genau, das war in der sechsten Klasse.“ Ihre Mitstreiterin Celina hat es dann von ihr gelernt.

Auch Marketing steht natürlich für die Jungunternehmerinnen auf dem Programm. So haben sie beispielsweise einen Flyer hergestellt, und beim „Tag der offenen Tür“ an ihrer Schule für sich und ihre Produkte Werbung gemacht. Die Arbeitsaufteilung ist klar: Kyra und Celina häkeln, Anna strickt. Je nach Kopfumfang des Kunden kommen dabei Rundnadel oder Nadelspiel zum Einsatz.

Die drei Teenager nehmen gern die Ideen der Auftraggeber an. „Wer Ahnung von Wolle hat, kann sie uns sogar selbst liefern“, sagte Anna. Ansonsten erledigen die Jugendlichen auch den Einkauf im örtlichen Einzelhandel. Je nach Aufwand kosten Mützen ab 20 Euro. Das teuerste Modell hat das Doppelte gekostet. Es war eine abgerundete Zipfelmütze mit einem großen Bommel. Schals kosten ab 30 Euro – je nach Wollbedarf. Auch Einkaufs- oder Ballnetze könnten geordert werden. Die Fertigstellung einer Mütze dauert etwa drei Stunden, ein Schal bis zu fünf Stunden.

25 Prozent des Erlöses gehen übrigens an ein soziales Projekt, 25 Prozent in den Schülerfirmen-Fonds, den Rest dürfen die Mädchen als Verdienst behalten.

Mode made in Gemsmo – künftig sollen alle Produkte sogar mit einem Aufnäher versehen werden. Darauf ist das Schulmaskottchen, die Fledermaus zu sehen. Lehrer Führmann hofft, dass viele Aufträge eingehen. „Ich finde es super, dass es noch Schüler gibt, die nicht an Smartphones rumfummeln, sondern es zum Musikhören nutzen, während sie etwas Kreatives mit den Händen machen.“

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