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Wedel-Schulauer Tageblatt

23. November 2017 | 17:44 Uhr

Straßenlaternen bald intelligent und sparsam

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Stadtwerke Investition von 5,6 Millionen Euro geplant

Auf die Stadtwerke Wedel kommt reichlich Arbeit zu. Nachdem die Politik nach jahrelangen Diskussionen entschieden hat, die Straßenbeleuchtung auf den kommunalen Versorger zu übertragen (unsere Zeitung berichtete), geht es dort nun in die Planung. Im ersten Schritt sollen etwa 800 der derzeit 3246 Straßenlaternen erneuert werden. Die Dampfhalogenlampen werden durch moderne und vor allem energiesparende LED-Beleuchtungstechnik ersetzt.

„Etwa 50 Prozent des Stromverbrauchs der städtischen Liegenschaften in Wedel werden für die Straßenbeleuchtung verwendet. Durch die energetische Modernisierung können davon bis zu 80  Prozent eingespart werden“ rechnet Natali Steffen, Pressesprecherin der Stadtwerke Wedel, vor. Auch Jörg Amelung, Fachbereichsleiter Innerer Service der Stadt Wedel, sieht das Einsparpotenzial: „Die Stadtwerke gehen über die Laufzeit von 20 Jahren von Effizienzeinsparungen in Millionenhöhe aus. “ Doch bevor gespart werden kann, mus investiert werden.

In Wedel sind 69 Prozent der Straßenlaternen älter als 60 Jahre. Die technische Nutzungsdauer eines Leuchtmasts liege allerdings bei maximal 40 Jahren. Zudem gibt es laut der Stadtwerke für 2188 der Leuchten keine Ersatzteile mehr – also mehr als zwei Drittel. „Das Konzept der Stadtwerke Wedel sieht eine hohe Investition in den ersten Jahren vor, damit ein Großteil der Einspareffekte schnell gehoben werden kann“, sagt Steffen. Insgesamt will der Energieversorger in den kommenden 20  Jahren 5,6 Millionen in die Sanierung der Straßenbeleuchtung investieren. Hinzu kommen die Betriebskosten. „In den ersten fünf Jahren werden wir 60 Prozent der Leuchtköpfe auf LED umstellen. Insgesamt ist geplant, dass alles innerhalb von 13  Jahren komplett auf LED umgestellt wird“, nennt Steffen Details zum Zeitplan.

Bevor es losgehen kann, muss allerdings noch der Kaufvertrag zwischen der Stadt und den Stadtwerken, die bisher Dienstleister für die Straßenbeleuchtung waren, ausgehandelt werden. „Die Stadtwerke bezahlen für die Übertragung der Straßenbeleuchtung den ausgewiesenen Bilanzwert“, sagt Amelung auf Anfrage unserer Zeitung. Dieser werde derzeit ermittelt. Ist alles unter Dach und Fach, können die Sanierungarbeiten beginnen.

„Für uns geht es nicht nur um die Beleuchtung, sondern wir wollen Wedel zur Smart City machen“, sagt Steffen. Dahinter steckt die Idee, Städte effizienter, technologisch fortschrittlicher, grüner und sozial inklusiver zu gestalten. Die Laternenmasten könnten als intelligente Vernetzungspunkte für Messwerte genutzt werden, um WLAN-Hotspots anzubieten, die Parkplatzsuche zu vereinfachen oder autonomes Fahren zu vereinfachen. Sensoren könnten die Füllmenge von Abfallbehältern erkennen und entsprechend melden. Und auch beim Thema Sicherheit könnten die Laternenmasten zukünftig durch Auto-Aufbrucherkennung eine wichtige Rolle spielen. „Es gibt Glasbruchsensoren, die entsprechende Frequenzen erkennen und dann automatisch die Polizei alarmieren“, erläutert Steffen. Doch sei das noch Zukunftsmusik. „Wir wollen bei den Investitionen die Grundlagen schaffen, um damit die Lebensqualität der Bürger zu verbessern“, so Steffen.

Und wer bezahlt das alles? „Die Stadtwerke Wedel stellen der Stadt Wedel im Jahr pro Lichtpunkt, also pro Leuchtkopf, einen festgeschriebenen Betrag in Rechnung, der sich aus einer Investitionsumlage, Stromkosten und Wartungs- und Instandhaltungskosten zusammensetzt. Der endgültige Vertragsabschluss, der auch die Höhe dieses Betrages umfasst, steht aber noch aus“, sagt Amelung dazu. Doch auch die 5,6 Millionen Euro für die Sanierung werden zum Teil umgelegt. „Bei jedem Ausbau einer Straße werden Straßenausbaubeiträge nach dem Kommunalabgabengesetz des Landes Schleswig-Holstein in Verbindung mit der entsprechenden Ausbaubeitragssatzung der jeweiligen Gemeinde erhoben. Darunter fällt auch die Straßenbeleuchtung soweit die gesetzlichen Voraussetzungen gegeben sind“, erläutert Steffen. „Da hier nur ein Teil erhoben wird, wird der restliche Betrag von den Stadtwerken Wedel finanziert.“ Wie viel die Wedeler für ihre neue Straßenbeleuchtung somit am Ende aufgrund der Verordnung zahlen müssen, sei laut Amelung noch offen: „Hier kann kein fester Betrag genannt werden, da die Höhe eventueller Straßenbaubeiträge für Anwohner sich entsprechend der gesetzlichen Regelungen des Kommunalabgabengesetzes nach zahlreichen Faktoren wie dem Standort und dem jeweiligen Modernisierungsaufwand, richtet.“


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