Elbstrand : Strandbad in Wedel: Trügerisches Idyll, irreführender Name

Die vorhandene Beschilderung mit einem „winzigen, durchgestrichenen Schwimmer“ reiche nicht aus, um über Verbote und Gefahren aufzuklären, so die Grünen.

Die vorhandene Beschilderung mit einem „winzigen, durchgestrichenen Schwimmer“ reiche nicht aus, um über Verbote und Gefahren aufzuklären, so die Grünen.

Grüne fordern deutliche „Baden verboten“-Beschilderung und Erläuterungstafeln.

shz.de von
22. Juni 2018, 12:30 Uhr

Wedel | Sandstrand, leichter Wellenschlag, Schatten spendenden Bäume: Wedels Strandbad. Idyllisch, könnte man meinen. Trügerisch, meinen jedoch die Grünen. Denn der Name verheißt nicht das, was den Strandbesucher tatsächlich erwartet. Baden ist im Strandbad verboten, und das aus gutem Grund: Sog- und Schwell durch teils gigantische Schiffe, die Wedel auf dem Weg zum Hamburger Hafen passieren, sind eine vielfach unterschätze Gefahr, die auch geübte Schwimmer in lebensbedrohliche Situationen bringen können. Von Kindern, die Wasser spielen, ganz zu schweigen. Die Grünen-Fraktion fordert daher Aufklärung in Form einer deutlichen Beschilderung „Baden verboten“. Zudem sollen Informationstafeln in anschaulicher Form über Gefahren durch vorbeifahrende Schiffe aufklären und damit das Badeverbot nachvollziehbar für Besucher erklären.

„Wir sehen Politik und Verwaltung in der Verantwortung, mit einer neuen Beschilderung die Besucherinnen und Besucher des Strandbads und des Hundestrands unmissverständlich über die Gefahren der Elbe sowie das strenge Badeverbot zu informieren“, heißt es in einem Antrag für den Umwelt-, Bau- und Feuerwehrausschuss am 28. Juni. Die Grünen begründen ihren Vorstoß mit der herausragenden touristischen Attraktivität des Elbstrands. Neben dem Namen würde auch die Präsenz der DLRG-Rettungswache Besucher Glauben machen, dass in der Elbe gebadet werden dürfe. Kaum jemand wisse, dass die DLRG lediglich für Rettungseinsätze von Segel- und Sportbootbesatzungen dort stationiert sei.

Dass nicht nur Baden verboten, sondern sogar das Betreten des Wasserbereich nicht erlaubt ist, hatte Wedel zuletzt selbst im Zuge der jüngsten Strandreinigung nochmals bekräftigt. Es war die Erklärung dafür, dass lediglich der Sand und nicht der Schlick gesiebt sowie von Sand und Steinen befreit wird. Ohne auskunftsstarke Beschilderung könnten weder Familien mit kleinen Kindern noch andere Besucher des Strandbads ahnen, „dass wegen der bestehenden Risiken kein Fuß ins Wasser gesetzt werden darf“, so die Grünen. Die vorhandene Beschilderung mit einem „winzigen, durchgestrichenen Schwimmer“ reiche nicht aus, um über das Badeverbot, das über das Schwimmverbot hinausgehe, aufzuklären.

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