Strandbad: Gutachten wird erweitert

Nach der Entwarnung für den Kleiboden und den Bauschutt vor dem Wedeler Elbstrand will die Stadt Wedel das vorgelegte Gutachten erweitern, um weitere Erkenntnisse zum Elbsand zu gewinnen.
Nach der Entwarnung für den Kleiboden und den Bauschutt vor dem Wedeler Elbstrand will die Stadt Wedel das vorgelegte Gutachten erweitern, um weitere Erkenntnisse zum Elbsand zu gewinnen.

Elbsand soll auf Antrag der Grünen in mehreren Schichttiefen analysiert werden / Kostenfrage noch ungeklärt

shz.de von
19. Mai 2018, 16:00 Uhr

Die Stadt Wedel reagiert auf die Kritik von Petra Kärgel, Grünen-Spitzenkandidatin bei der Kommunalwahl, an der Untersuchung des Strandbad-Schlicks (unsere Zeitung berichtete). „Trotz der positiven Ergebnisse des Gutachtens zum Klei und Bauschutt vor dem Wedeler Strandbad wird die Stadt Wedel die Untersuchung weiter vertiefen, um weitere Aufschlüsse über den Boden in diesem Bereich zu gewinnen“, teilte Sven Kamin, Pressesprecher der Stadt Wedel, gestern mit.

„Das auf Antrag der Grünen Ratsfraktion von der Stadt Wedel in Auftrag gegebene Gutachten hatte die Unbedenklichkeit des Kleibodens und des an die Oberfläche kommenden Bauschutts festgestellt“, sagte Kamin. Allerdings hatte Kärgel kritisiert: „Die ganzen elbetypischen Problemstoffe wie DDT oder Hexachlorbenzol sind in der Methode gar nicht enthalten. Sie ist so weit ab von der Untersuchung einer Gesundheitsgefahr für den Menschen wie sie nur sein kann.“ Für die Grünen stand daher fest: Der Ratsbeschluss ist nicht umgesetzt. Nun bessert die Verwaltung nach.

„Auf Initiative der antragsstellenden Ratsfraktion der Grünen, sollen in einer Erweiterung des Gutachtens weitere Fragen untersucht werden, auf die die Untersuchung bisher keine Antworten gibt“, sagte Kamin. Zusammen haben Grüne und Verwaltung die als notwendig erachteten Parameter einer neuen Untersuchung definiert. Der Sand soll in mehreren Schichttiefen analysiert werden. „So die daraus resultierenden Anforderungen im finanziell leistbaren Rahmen liegen, will die Stadt Wedel eine entsprechende Erweiterung des Gutachtens in Auftrag geben, um so noch umfangreichere Erkenntnisse zum Elbsand zu gewinnen“, erläuterte Kamin. Zu den Kosten machte er bisher keine Angaben.

Bei dem durch Sandabtrieb im Wedeler Strandbad an die Oberfläche kommenden dunkelgrauen feinkörnigen Material handelt es sich nicht um Schlick, sondern um Klei. „Schlick ist im eigentlichen Sinne ein organisches Material. Der dunkelgraue Boden, der vor dem Wedeler Strand zu Tage tritt, ist anorganisch und deshalb kein Schlick sondern Klei“, erläuterte Kamin. Dieses Material werde üblicherweise im Deichbau verwendet. Der analysierte Kleiboden wies bei der Untersuchung auf Schadstoffe lediglich einen hohen Sulfatwert auf, der allerdings natürlichen Ursprungs sei. Der hohe Sulfatwert geht laut Verwaltung auf Meersalzablagerungen zurück, die von der Nordsee mit dem Elbwasser bis nach Wedel gelangten und über die Jahre im Klei gebunden wurden. Das sei nicht besorgniserregend. „Andere Stoffe wurden nicht in erhöhter Konzentration im Material nachgewiesen“, so Kamin.

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