Wedel : Strafanzeige gegen den Bürgermeister

Eskalation im Kirchstieg-Streit: Projektplaner Udo Möller verklagt Niels Schmidt.
Eskalation im Kirchstieg-Streit: Projektplaner Udo Möller verklagt Niels Schmidt.

Eskalation im Kirchstieg-Streit: Projektplaner Udo Möller verklagt Niels Schmidt .

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02. Mai 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Der Streit um das städtische Grundstück am Geesthang hat ein juristisches Nachspiel. Donnerstag teilte Wedels Bürgermeister Niels Schmidt seinen Mitarbeitern mit, dass Strafanzeige gegen ihn gestellt wurde in Sachen Verkauf des Kirchstieg-Areals. Auf Nachfrage erklärte der Verwaltungschef: Anzeigender sei Udo Möller. Der Wedeler hatte den Bieterwettbewerb um das 7000-Quadratmeter-Grundstück gewonnen, nach Querelen mit der Stadt – unter anderem um eine falsch vermessene Zufahrtstraße – die Kaufoption aber nicht wahrgenommen.

Nach seinen Informationen gehe es um Verleumdung, üble Nachrede und Betrug, so Schmidt. Die Staatsanwaltschaft habe ihm bislang nur bestätigt, dass eine Anzeige vorliege. „Konkrete Vorwürfe kenne ich nicht, so lange werde ich mich nicht dazu äußern. Ich sehe dem jedoch sehr gelassen entgegen“, so Schmidt.

Auch CDU-Ratsherren angezeigt

Der Bürgermeister ist indes nicht der einzige, der belangt werden soll. Nach Informationen dieser Zeitung hat Möller auch drei Christdemokraten angezeigt: Planungsausschusschef Michael Schernikau, Fraktionschef Michael Kissig und Ratsherr Ulrich Kloevekorn. „Mir ist das als Gerücht zu Ohren gekommen“, so Schernikau auf Nachfrage. Er sei gespannt, wie die Anzeige begründet werden solle und könne sich nicht vorstellen, dass die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren eröffnet.

Kissig erklärte auf Anfrage: Er sei von einem Pressevertreter damit konfrontiert worden, dass er wegen Verleumdung und übler Nachrede angezeigt sei. Das sei haltlos, so Kissig. Die Tatsache, dass die Anzeige auf diese Weise öffentlich gemacht werde, zeige: „Hier geht es um Rufschädigung gegen mich und andere Betroffene.“ Er werde sich seinerseits rechtliche Schritte vorbehalten, so Kissig. Möller selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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