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Wedel-Schulauer Tageblatt

13. Dezember 2017 | 22:15 Uhr

Wedel : Stolper-Start für die Parkgebühren

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Tag eins der Ticket-Pflicht in der Innenstadt: Zwei Automaten manipuliert, einer defekt. Auffällig viele leere Stellflächen.

shz.de von
erstellt am 26.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Wedel | Der Beginn der neuen (Park-)Zeitrechnung in der Wedeler Innenstadt – er wurde zum Stolper-Start. Um 10 Uhr wollte die Stadt die Automaten scharf schalten. An drei von 16 Geräten musste stattdessen ein „Defekt“-Schild angebracht werden. Bei einem versagte schlicht die Technik – Zetteldruck Fehlanzeige. Bei den beiden anderen dagegen wurde nachgeholfen: Tasten und Münzeinwurfschlitz der Automaten am Hoophof und in der Bahnhofstraße Höhe Hausnummer 26 waren mit Sekundenkleber unbenutzbar gemacht worden.

„Von der Herstellerfirma hieß es, so etwas sei bislang noch nicht vorgekommen“, so Angela Hans kopfschüttelnd. Laut der Mitarbeiterin der Verkehrsaufsicht hat die Stadt Strafantrag gegen unbekannt gestellt. Bis gestern Abend waren die betroffenen Geräte nicht wieder in Betrieb. Was muss der Autofahrer in solchen Fällen tun? „Die Parkscheibe einstellen“, klärt Hans auf.

Aufklärung – da gibt es offenkundig noch einigen Nachholbedarf. Dass Automaten trotz durchgestrichener Schilder bereits am Donnerstag fleißig mit Münzen gefüttert wurden – die Stadt dankt, das lässt sich nicht mehr ändern. Wohl aber die Unkenntnis von Autofahrern, wie denn tatsächlich praktisch mit der neuen Gebührenpflicht zu verfahren ist.

Beispiel „Brötchentaste“. Sie gewährt in einigen Zonen 15 Freiminuten – wenn sie gedrückt und ein Zettel im Auto platziert wird. Zufallsbeobachtung gestern gegen 16 Uhr: Eine Frau liest das Tarif-Schild halblaut durch: „Ah, 15 Minuten frei “ – und geht ohne kurz einkaufen. Unmittelbar darauf steigt ein Wedeler in einen Wagen ohne Ticket im Fenster: „Ich dachte, fürs kurze Anhalten gilt das nicht“, sagt er auf die Frage nach dem Warum.

Tatsächlich seien auch im Rathaus gestern zahlreiche Anrufe wegen der neuen Gebühren eingegangen, so Hans. Kritik und viele Fragen. Etwa wo die Gebühr überall gelte, was die Park & Ride-Nutzer machen sollen – auch die ebenerdigen Plätze am Bahnhof kosten – und welche weiteren Zonen geplant seien (Antwort: Ja, vor allem im Bereich Elbe). „Vielen ist das Thema offenbar so richtig erst mit dem Start bewusst geworden“, mutmaßt Hans. Die Verkehrsaufsicht will denn auch nicht sofort Verstöße gegen die Parkscheinpflicht ahnden. In den ersten Tagen gibt es statt Knöllchen lediglich Hinweiszettel, wie’s funktioniert.

Eines jedenfalls funktioniert schon mal nicht: Geld wechseln. „Eigentlich wollte ich nur kurz parken, jetzt habe ich zwei Stunden für zwei Euro“: Hedi Brettschneider blickt neben ihrem Wagen auf dem Schulauer Marktplatz leicht verwundert auf ihren Parkschein. Grundsätzlich findet sie die Parkgebühr aber in Ordnung. Auffällig auch: Karten- oder Smartphone-Zahlung sind nicht möglich. Bislang sei das nicht vorgesehen, die Geräte seien jedoch entsprechend nachrüstbar, sagt Hans auf Nachfrage.

Der allgemeine Eindruck gestern im Bereich der Bahnhofstraße: Trotz Ferienendes blieben auffällig viele Parkplätze unbesetzt. „Ob das ein Zeichen einer größeren Frequenz oder ausbleibender Kunden ist, kann ich noch nicht sagen“, so Innenstadtkaufleute-Chef Jan Lüchau, ein scharfer Kritiker der Gebührenpflicht. Bei seinen Kunden habe es die ganze Bandbreite der Reaktionen gegeben, so der Modehaus-Chef. Insgesamt sei die Lage jedoch bislang entspannter als man hätte befürchten können. „Mal abwarten, wie das wird, wenn dann wirklich die Knöllchen kommen“, so Lüchau.

Verstöße gegen die Parkscheinpflicht wird die Stadt nach kurzer Einführungszeit ahnden. Wer kein Ticket zieht, zahlt zehn Euro. Wird die Zeit überschritten, sind je nach Dauer zehn bis 25 Euro fällig.
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