Statikmängel: Kapelle geschlossen

Die Kapelle auf dem Waldfriedhof ist 1981 als Provisorium errichtet worden. Bereits 2010 meldeten Gutachter Zweifel am Fortbetrieb an. Jetzt musste sie gesperrt werden.
Die Kapelle auf dem Waldfriedhof ist 1981 als Provisorium errichtet worden. Bereits 2010 meldeten Gutachter Zweifel am Fortbetrieb an. Jetzt musste sie gesperrt werden.

Waldfriedhof Sicherheitsbedenken nach Gutachten / Stadt soll vor Freigabe von Sanierungsmitteln grundsätzlichen Bedarf klären

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19. Dezember 2017, 16:00 Uhr

„Wir nähern uns dem Punkt, an dem wir ein Schild ‚Nicht nutzbar‘ aufstellen müssen.“ So lautete noch im Sommer das Fazit des Berichts zum Zustand der Kapelle auf dem Waldfriedhof, den Werner Ballendat, Vorsitzender des Friedhofsausschusses, der Politik gab. Jetzt ist es passiert: Gestern Mittag hat die Stadt signalrote Warnhinweise angebracht: „Die Kapelle bleibt bis auf weiteres geschlossen.“

Auf Nachfrage sagte Sven Kamin, Pressesprecher der Stadt Wedel: Im Rahmen von Routinekontrollen seien Unregelmäßigkeiten festgestellt worden. Ein Gutachter, der die Stabilität der Holzkonstruktion und mögliche Sanierungsmaßnahmen prüfen sollte, habe darauf festgestellt: Unter anderem seien statisch relevante Teile in einem kritischen Zustand. Eine weitere Nutzung sei „aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich“.

Dass insbesondere das Dach die Schwachstelle der Kapelle ist, hatte Ballendat bereits Mitte des Jahres aufgezeigt. Nach einem Sturmschaden im Januar habe sich ein Handwerker angesichts des Gesamtzustands geweigert, ein Angebot für eine Reparatur abzugeben. Bei Regenvorhersagen müsse man überlegen, ob Trauerfeiern überhaupt an jenem Ort stattfinden könnten, so Ballendat im Wedeler Bauausschuss. Der ist zuständig, da die Waldkapelle eine städtische Immobilie ist – und Wedel damit auch gegebenenfalls für Ersatz sorgen müsste. Eine Sanierung, auch das hat der Gutachter jetzt nochmal bestätigt, sei unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht sinnvoll. Bereits im Sommer kam daher die Grundsatzfrage auf den Tisch: Statt einfach den Ersatz zu beauftragen, wollte die CDU zunächst geklärt wissen, ob der Waldfriedhof neben dem größeren Friedhof Egenbüttelweg mit modernisierter Kapelle überhaupt noch benötigt wird.

Die Stadt hat nun im jüngst verabschiedeten Haushalt zwar 200 000 Euro als Investitionsvorhaben unter dem Posten „Rekonstruktion der Waldkapelle“ eingestellt. Die Summe ist jedoch mit einem Sperrvermerk versehen. Zunächst soll der Bauausschuss ermitteln, ob der Betrieb in der Waldfriedhof-Kapelle tatsächlich aufrecht erhalten werden soll.

Die Verwaltung hatte nach Bekanntwerden des dringenden Sanierungsbedarfs zwischenzeitig schon Lösungen durchgespielt. Darunter die Idee, eine Kapelle erneut als Provisorium zu errichten. Als solches ist die jetzige 1981 ebenfalls gebaut worden.

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