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Wedel-Schulauer Tageblatt

16. Dezember 2017 | 04:54 Uhr

Startschuss für Reformkurs beim TSV

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neue Finanzordnung und Beitragsanpassung beschlossen / Dugaro bleibt Vorsitzender / Querelen um Entlastung von Ex-Finanzchef

shz.de von
erstellt am 26.Mär.2016 | 16:00 Uhr

Die Jahreshaupversammlung nach der abgewendeten Insolvenz des Wedeler TSV: Sie stand deutlich im Zeichen einer grundlegenden Reform für Wedels Traditionsverein. Und die Macher, auch dies wurde deutlich, haben bereits mächtig Fahrt aufgenommen. Der Kurs: weg von starren, hinderlichen Strukturen, von einem „Verein im Verein“-Denken der Sparten, hin zu einem neuen Wir-Gefühl und Solidaritätsgedanken, zu einer modernen, transparenten Verwaltung und zu mehr Attraktivität für mehr sportbegeisterte Mitglieder. Mantraartig beschworen Vorstand und Vereinsrat ein neues Bewusstsein der Gemeinsamkeit und appellierten daran, den Reformkurs nicht nur mitzugehen, sondern mitzugestalten.

Matthias Dugaro, seit einem Jahr Vereinschef, machte deutlich, dass seine Bereitschaft für eine weitere Amtszeit von der Bereitschaft der Mitglieder abhänge, den „kommenden Veränderungen zuzustimmen“. Dies signalisierte die Versammlung mit der Verabschiedung einer neuen Finanzordnung ohne Gegenstimme. Kernpunkte: Künftig gibt es Budget-Planungen für Abteilungen und Gesamtverein gegen Ende eines Jahres. In einem Budget-Ausschuss wird die Verteilung auf die Abteilungen festgelegt. Ende Januar verabschiedet dann der Vereinsrat die Haushaltsplanung. Und, essenziell: Alle Buchungen und Zahlungen sollen künftig über den Gesamtverein und nicht mehr über die Abteilungen erfolgen.

Kassenberichte, Geldströme, Forderungen sorgten immer wieder für Probleme zwischen Hauptverein und Abteilungen. Dies monierte auch Eckhart Schroeter, der gemeinsam mit Friedwart Riedel einen umfänglichen Kassenprüfer-Bericht vorstellte – auch, weil die drohende Insolvenz 2015 eine Zwischenprüfung erforderlich gemacht habe. Kritik gab’s zudem für fehlende Nebenkostenabrechnungen mit den Gastro-Pächtern im Vereinsheim. Letztlich hätten fragliche Punkte geklärt werden können, so dass Schroeter uneingeschränkte Entlastung für Dugaro und seinen Finanzchef Sven Behrendt empfahl. Eingeschränkte Entlastung empfahl er für Vize-Vorsitzenden Gerd Jungbludt und den im März 2015 zurückgetretenen Ex-Vorsitzenden Jürgen Brenker. Hier gelte es, durch entsprechende Maßnahmen die Beanstandungen der Rechnungsprüfung auszuräumen. Dugaro, Behrendt und Jungbludt wurden ohne Gegenstimme bei einigen wenigen Enthaltungen entlastet, Brenker zwar mit deutlicher Mehrheit, aber auch 15 Nein-Stimmen und 25 Enthaltungen.

Ex-TSV-Finanzenleiter Gerhard Butzlaff forderte zudem, dass auch über die Entlastung des bis März 2015 amtierenden Schatzmeisters Sven Hannemann abgestimmt werden müsse. „Und sie darf nicht erteilt werden“, so Butzlaff. Seine Kritik: Der Haushalt 2015 sei mit den vorgelegten Zahlen nicht haltbar gewesen – auch nicht, wenn die von Hannemann empfohlene Beitragserhöhung um zwei Euro gegriffen hätten. Wie berichtet hatten die Mitglieder lediglich für einen Euro gestimmt. Hannemann sprach von Diffamierung und nicht belegten Vorwürfen. „Was sollen die Sticheleien?“, fragte er und verwies auf die intensive Aufarbeitung durch die Rechnungsprüfer. Auch er wurde entlastet, mit 51 Ja- zu 41 Nein-Stimmen bei 49 Enthaltungen.

„Wir sind auf einem guten Weg, mit den neuen Beiträgen sogar auf einem sehr guten Weg“, richtete Behrendt dagegen als aktueller Finanzenleiter bei Kassenbericht und Haushaltsplan den Blick optimistisch nach vorn. Die Kostenaufstellung für 2015 zeige „eine schwarze Null“, wozu die 9,50 Euro Konsolidierungsgebühr maßgeblich beigetragen hätten. Ebenso die Vermietung der ersten Etage des Vereinszentrums an die Stadt zwecks Flüchtlingsunterbringung, die die Versammlung nachträglich nochmals bestätigte.

Die schwarze Null sei auch für 2016 das Ziel, so Behrendt – ohne die Sonderzahlung. Zum März wurde sie zum letzten Mal eingezogen. Allerdings kommt der Verein nicht ohne Beitragserhöhung aus (siehe unten). Bei drei Gegenstimmen und acht Enthaltungen gab’s ein deutliches Ja für die Anpassung zum 1. Juli von den rund 150 anwesenden Stimmberechtigten.

„Wenn die Mitgliederzahl jetzt stabil bleibt, haben wir 2016 keine Probleme“, sagte Behrendt mit Blick auf das vergangene Krisen-Jahr, als sie von 2943 auf 2568 sank. „Das ist bitter. Wir hatten deutlich mehr Austritte als befürchtet und dadurch massiv Geld verloren“, so Behrendt. Daher die jetzige Beitragserhöhung. Mittlerweile sei die Zahl der Mitglieder jedoch bereits wieder leicht steigend.

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