Start der Aktionswochen: Müll soll zum Kunstwerk werden

Stationsleiterin Edelgard Heim staunte über die Menge der illegal entsorgten Sektflaschen.
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Stationsleiterin Edelgard Heim staunte über die Menge der illegal entsorgten Sektflaschen.

Hunderte leere Mini-Sektflaschen in der Natur entsorgt. Drei Künstlerinnen Pfingsten in Aktion.

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28. März 2017, 12:00 Uhr

Haseldorf | Aus Müll wird Kunst: Das jedenfalls ist der Plan von Adelheid Johnke aus Haseldorf, Ute Farr aus Hetlingen und Ines Kollar aus Pinneberg. Genug Material kam am vergangenen Wochenende im Rahmen der Aktion „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ auch in den Gemeinden von Marsch und Geest zusammen. In Haseldorf starteten die Aktionswochen zur Müllvermeidung unter dem Motto „Ich war das nicht! Oder doch  .  .  ?“, die vom Elbmarschenhaus veranstaltet werden.

Die freiwilligen Helfer waren am Sonnabend dazu aufgerufen, besonders auf skurrile Funde zu achten, die dann von den drei Künstlerinnen verarbeitet werden sollen. Voraussichtlicher Termin für die Müll-Kunst am Elbstrand an der Hetlinger Schanze ist das Pfingstwochenende, also Sonnabend bis Montag, 3. bis 5. Juni.

In Haseldorf war Johnke vor Ort und sammelte „Kleinodien“, wie einen glänzenden Flacon, Plastikplanen und Ideen, wie sie die grünen Flaschen zur Geltung bringen könnte. Farr und Kollar hatten in Hetlingen beim Sammeln geholfen und machten dort ähnliche Funde. Zugespielt hatten sie ihnen die Bürger, die auch in Haseldorf den Kampf gegen den Schmutz und die Umweltsünden der skrupellosen Müllentsorger aufnahmen. Mehr als 30 freiwillige Helfer waren an vier Stationen zu Fuß oder in Fahrzeugen mit Hängern unterwegs und staunten nicht schlecht, mit welcher Dreistigkeit Menschen ihren Müll im Naturschutzgebiet der Haseldorfer Marsch achtlos entsorgen. Es wurden Schnapsflaschen, Metallschrott und einige hundert leere grüne Piccolo-Sektflaschen gefunden.

Das Elbmarschenhaus-Team  kombiniert den Frühjahrsputz von Haseldorf mit den Aktionswochen zur Müllvermeidung.
Foto: Kirtsten Heer
Das Elbmarschenhaus-Team kombiniert den Frühjahrsputz von Haseldorf mit den Aktionswochen zur Müllvermeidung.
 

Für sehr besorgniserregend halten die Umweltschützer allerdings die enorme Zunahme von Plastikmüll, der die Wasserqualität und die Tiere in Flüssen und Meeren auf Dauer zerstören wird. Die Aktionswochen, die ein Bündnis aus regionalen Institutionen und Vereinen sind, wollen mit Vorträgen und Führungen in den nächsten Monaten vom Elbmarschenhaus ausgehend auf die Probleme hinweisen. Die Kunst aus Müll wird dabei ein Beitrag, der die Sinne sensibilisieren soll, so die Stationsleiterin Edelgard Heim.

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