Starke Töne in der Christuskirche

„Himmlische Nacht der Tenöre“:  Drei Sänger und vier Musikerinnen streiften durch eine reiche Auswahl der klassischen Musik.
„Himmlische Nacht der Tenöre“: Drei Sänger und vier Musikerinnen streiften durch eine reiche Auswahl der klassischen Musik.

Stimmgewaltig: Tenöre-Trio und ihr kleines Ensemble mit rein weiblicher Besetzung überzeugen

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13. Februar 2018, 16:00 Uhr

„Wir bieten vielseitige Musikrichtungen – wie in der Elbphilharmonie, nur günstiger“ erklärte die stellvertretende Kirchenratsvorsitzende Edith Rachow und gab damit die Einleitung zur „Himmlischen Nacht der Tenöre.“ Die sei wohl stiller als die Gospel Singers, die kürzlich die Kirche „zum Beben gebracht“ hätten, vermutete sie – und irrte. Wenn das so kunstvoll ausgestattete Gotteshaus auch nicht gerade bebte, die Stimmen der drei bulgarischen Tenöre waren schon gewaltig. Anmoderiert von der bildschönen Zoya Balkandzhieva boten die drei Sänger mit den nahezu unaussprechlichen Namen und vier Musikerinnen des kleinen Orchester Ensembles mit zwei Violinen, einem Piano und dem Cello einen Streifzug durch die Welt der Oper und der neapolitanischer Lieder, den „Canzone“.
Mit dem bekannten „Questa o quella“ aus Rigoletto stiegen die drei Tenöre gemeinsam in das zweistündige Programm ein, Boris Taskov brillierte mit der ebenso berühmten Arie „E lucevan le Stelle“ aus Tosca und Georgi Dinev beging einen Ausreißer zur Operette „Der Zigeunerbaron“, wogegen Ivaylo Yovchev zur traumhaften Arie aus „La Traviata“ zurück kehrte.

Mit reinen Instrumentalstücken stellte das kleine Ensemble sein Können unter Beweis, mit dem sich die Musikerinnen wahrlich hören lassen können. Höhepunkte waren die „Barcarolle“ aus Hoffmanns Erzählungen oder das „Adagio“ von Albinoni, sie gefielen bei jedem Instrumentalbeitrag.

Durchaus überraschend so manche der Canzone, der neapolitanischen Lieder, so zum Beispiel das „Torna a Surriento“, dessen Thema später einmal Elvis Presley für seinen Hit „Surrender“ aufgenommen hat. Oder das Lied „Mamma – Mamma“, Schrecken einer gesamten Beatles-Generation, als Heintje es sang und Großmütter dabei schluchzten. Der Tenor Georgi Dinev sang es schnell, rhythmisch und ohne den schlimmsten Schmelz.

Die Wedeler haben das Konzert genossen, besonders die Bewohner der Seniorenresidenz an der Elbe, denen deren Leitung und deren Pflegerinnen den Besuch ermöglicht hatten. Für ältere Menschen ein Klassiker ohne Experimente mit eindrucksvollen Stimmen und sehr guten Musikerinnen, die sich über das Dankeschön von der Christusgemeinde Schulau – Schokolade mit einem Bild der Elbphilharmonie darauf – herzlich gefreut haben.

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