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Wedel-Schulauer Tageblatt

19. Oktober 2017 | 00:43 Uhr

Wedel : Standort für Notunterkunft steht fest

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Der Ansgariusweg 17 wird um einen Container-Komplex mit bis zu 40 Plätzen ergänzt. Die Verwaltung informiert darüber am 19. Februar öffentlich im Ratssaal.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Wedel | Kurz, bündig und mit ganz dezidiertem Wedel-Bezug: So möchte der Ausschuss für Jugend und Soziales den Vortrag zur Bürgerinformation aufgezogen wissen, die auf den 19. Februar datiert ist. Eine Veranstaltung, die „nicht unproblematisch werden könnte“, so Ausschusschef Lutz Degener (CDU). Es geht um Notunterkünfte und die Gründe, warum Wedel welche Schritte ergreifen wird – ergreifen muss vor dem Hintergrund des zunehmenden Asylbewerberstroms. Eine der Maßnahmen steht unmittelbar ins Haus: Die Schaffung von bis zu 40 neuen Unterbringungsplätzen in Containern. Darüber wird die Verwaltung berichten. Und über die Wahl des Standorts, der jetzt feststeht: Ansgariusweg 17.

Die Prüfung möglicher Bauflächen habe praktisch keine Alternativen aufgezeigt, erklärte Degener im Ausschuss. Auf Nachfrage sagte gestern Sozialamtsleiter Oliver Wleklinski: Maßgabe sei gewesen, dass möglichst schnell der Fehlbedarf an Kapazitäten gedeckt werden kann. 230 Notunterkunftsplätze hat Wedel an zehn über die Stadt verteilten Standorten. Aktuell sind 205 belegt. Was zunächst nach einem ganz ordentlichen Puffer klingt, relativiert sich schnell angesichts der Prognosen: Laut Wleklinski muss Wedel dieses Jahr mit insgesamt 270 Unterbringungsfällen rechnen.

Zum einen sind dies Menschen, die ihre Wohnung verlieren. Die Räumungsklagen bewegen sich auf hohem Niveau, so der Sozialamtsleiter. Im vergangenen Jahr verzeichnete Wedel 115 Obdachlose, die eine Unterkunft benötigten. Zum anderen braucht es Plätze für Menschen, die Asyl suchen. Während die Rolandstadt 2012 noch 50 Bewerber verzeichnete, waren es 2013 bereits 89 – Tendenz deutlich steigend.

Zum Hintergrund erläuterte Wleklinski im Ausschuss: 3,4 Prozent der Asylbewerber weist der Bund Schleswig-Holstein zu. 10,4 Prozent von diesem Anteil kommen in den Kreis Pinneberg, davon wiederum werden 10,7 Prozent in Wedel untergebracht. Und das Land habe erst in der vergangenen Woche vermeldet: Von 2012 auf 2013 stieg die Zahl der Bewerber in Schleswig-Holstein um 80 Prozent. Und in eben dieser Höhe werde sich nochmals auch der Anstieg für 2014 bewegen.

Die Stadt wird in diesem Jahr denn auch noch mit dem Bau einer weiteren festen Unterkunft beginnen, ebenso im Jahr darauf. Ursprünglich sollten sie ältere Bauten ersetzen. Nun werden sie jedoch zunächst zusätzlich Plätze sichern, bis der Bedarf wieder zurückgeht, so Wleklinski. Erst dann wird im Altbestand zurückgebaut. Wo die neuen Häuser mit Unterbringungsplätzen entstehen, ist noch nicht entschieden. Geprüft werden laut Wleklinski auch andere als die jetzigen Standorte.

Einen Containerbau mit 16 Plätzen gibt es bereits im Ansgariusweg 17. Direkt daneben sollen die neuen Notunterkünfte in mobiler Bauweise bis zum Sommer errichtet werden, womit dieser Unterbringungs-Standort der größte seiner Art in Wedel wird. Für ihn gilt wie stets in der Rolandstadt: Wohnungslose und Asylbewerber werden gemeinsam untergebracht.

Die Containerlösung zeigt dabei: Es soll keine Dauereinrichtung an dieser Stelle werden. Wenn sich die Lage entspanne, plane die Stadt Rückbau und Grundstücksverkauf zwecks Wohnbebauung im Ansgariusweg, so Wleklinski. Ob jetzt zunächst Container gekauft oder doch eher gemietet werden, wird derzeit noch geprüft.

Ebenfalls zu prüfen sei, ob und in welchem Maße Voraussetzungen wie Barrierefreiheit für die neue Unterkunft erfüllt werden können, gab Degener der Verwaltung mit auf den Weg. Wie berichtet wird die Grundfläche der variablen Containermodule rund 15 Meter breit und 25 Meter lang. Geplant sind zwei Geschosse. Dieser Tage will die Stadt Anwohner mit Flyern direkt zu ihrer Veranstaltung einladen. Das Info-Angebot richtet sich jedoch an alle Bürger.

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