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Konzert in Wedel : Standing Ovations für einen Star

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Von divenhafter Grande Dame bis zum schelmischen Kumpeltyp: In der Christuskirche überzeugte Angelika Milster in jeder Rolle.

shz.de von
erstellt am 20.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Marion Angermeyer aus Holm sollte Recht behalten. „Sie ist die Größte, eine wunderbare Sängerin. Musik pur“, flüsterte das Mitglied des „Gemischten Chors Roland Wedel“ schnell noch Freundin Mariluise Sahling in der Reihe eins zu, ehe Weltstar Angelika Milster mit ihrem Programm „Classic meets Musical“ in die ausverkaufte Christuskirche einzog. Und mit warmen Worten 400 lautstark applaudierende Fans begrüßte.

„Ich freue mich. Und ich freue mich immer besonders auf meine Kirchenkonzerte. Weil ich die Herausforderung liebe. Und weil ich Sie hier, in diesem intimen Kreis, besser umarmen kann“, sagte der bekannte Musical-Star . Und machte damit gleich zu Beginn deutlich, dass dieser Abend der Abend der großen Gefühle werden würde.

Mal in der Rolle einer divenhaften Grande Dame, mal als schelmisch zuzwinkernder „Kumpeltyp“: Milster stellte einmal mehr unter Beweis, warum die Karrierekurve der mit grandioser Stimme und schlichter Eleganz beeindruckenden Künstlerin nur den Weg nach oben kannte. In der Christuskirche wurde die Stimmgewaltige von Jürgen Grimm an der Orgel begleitet.

Ob „Der Mond ist aufgegangen“ (Matthias Claudius), das „Wiegenlied“ (Johannes Brahms), „Ave Maria“ (Giovanni Verga / Pietro Mascagni), „The Rose“ (Amanda Mc Broom) oder das „Gold von den Sternen“ (Michael Kunze / Sylvester Levay): Stilistisch breit gefächert, wusste die in Hamburg aufgewachsene Echo-Preisträgerin mit einem Repertoire zu gefallen, das von klassischen Werken großer Meister bis hin zu vielen Musical-Hits reichte.

Highlight des Abends: „Memories“

Den Erfolgssong „Memories“ („Erinnerung“) aus der deutschsprachigen Erstaufführung des Musical-Welterfolgs „Cats“ – in dem Milster in den 1980er-Jahren die Rolle der „Grizabella“ spielte – interpretierte die Künstlerin mit solch einer überzeugenden Leidenschaft, dass er zum Highlight des Abends wurde. Aber auch das fast schon geheimnisvoll vorgetragene „Kyrie“ (Paolo Rusticelli) zog die Zuschauer in Bann, genauso wie der Titel ihres jüngsten Albums „Du hast mir Glück gebracht“.

„Es ist eines meiner persönlichsten Alben. Geschrieben in Gedenken an einen guten Lebensfreund, der leider viel zu früh gehen musste“, verriet die ausdrucksstarke Schauspielern. Auch dass der dann folgende Song „Sag mir, wo die Blumen sind“ „leider immer noch ganz aktuell“ sei, bedauerte die Künstlerin zutiefst.

Allein „Menschen die Menschen lieben, sind die glücklichsten auf dieser Welt und können Kriege verhindern, beenden, abschaffen“, sagte die vielfach Ausgezeichnete. Milster erhielt für ihre „Mamma Rose“ aus dem Film „Gipsy“ (1996) den „International Music Award Germany“ (IMAGE) und bekam außerdem den renommierten Ernst-Lubitsch-Preis zugesprochen.

Ihrem laut „Bravo“ rufenden Publikum, das der Künstlerin „Standing Ovations“ zollte, gab Milster nach zwei Zugaben noch eine Aufmunterung mit auf den Weg: „Leben Sie den Moment“, riet sie den restlos begeisterten Fans. Und verließ stolz und aufrecht die Bühne, die sie in den zurückliegenden 90 Minuten im Sturm erobert und beeindruckend beherrscht hatte.
 

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