Solardach sammelt Sonnenstrahlen : Stadtwerke Wedel setzen Privatpersonen Photovoltaikanlagen aufs Dach

Kooperationspartner: Stadtwerke-Geschäftsführer Adam Krüppel (v. l.), Teilchenphysiker Andreas Ringwald und Projektleiterin Verena Schmitt nahmen das erste „Mein Sonnendach“ in Wedel in Betrieb.
Kooperationspartner: Stadtwerke-Geschäftsführer Adam Krüppel (v. l.), Teilchenphysiker Andreas Ringwald und Projektleiterin Verena Schmitt nahmen das erste „Mein Sonnendach“ in Wedel in Betrieb.

Wedeler Stadtwerke setzen Privatpersonen Photovoltaikanlagen aufs Dach. Die bekommen Strom, der Versorger den Überschuss.

shz.de von
18. Juli 2015, 10:00 Uhr

Wedel | Die Idee, seinen eigenen Strom zu produzieren, hatte Teilchenphysiker Andreas Ringwald schon länger fasziniert. Seit Montag kann er nun live am Computer verfolgen, wie effektiv die 22,9 Quadratmeter große Photovoltaikanlage auf seinem Dach arbeitet. „Morgens um 8 Uhr waren die Techniker da und nachmittags um 16 Uhr ist der Strom geflossen“, erläuterte Ringwald.

„Mit der Photovoltaikanlage kann etwa ein Drittel des jährlichen Strombedarfs gedeckt werden“, sagte Verena Schmitt, Ingenieurin für Verfahrenstechnik mit den Schwerpunkten Energie- und Umwelttechnik. Sie leitet bei den Wedeler Stadtwerken das Projekt „Mein Sonnendach“, dessen erster Nutznießer jetzt Ringwald ist. „Ich bin froh, dass man mir die Planung abgenommen hat“, sagte der Teilchenphysiker bei der offiziellen Übergabe der Anlage am Donnerstag. Ein Jahr lang kann er die Anlage nutzen – ohne dafür zu zahlen. Danach pachtet er sie für etwa 54 Euro im Monat. Die Stadtwerke kümmern sich um Pflege, Instandhaltung und Wartung.

„Es ist wichtig, tagsüber einen entsprechenden Eigenverbrauch zu haben, damit sich das Ganze auch rechnet“, erläuterte Stadtwerke-Geschäftsführer Adam Krüppel. Für Ringwald kein Problem: „Als die Sonne rauskam, habe ich sofort mein Elektroauto aufgeladen.“ Dieses benötige etwa 1500 Kilowattstunden pro Jahr – die Hälfte des Stromverbrauchs eines durchschnittlichen Haushalts. „Ich denke alleine mit dem Auto habe ich schon einen wichtigen Abnehmer für die Energie. Zudem kann ich sie dort speichern.“

Auf einen Speicher für das Haus verzichtete Ringwald auf Anraten von Schmitt vorerst. „Speicher sind aus ökologischer Sicht super, aber vielleicht sollte man noch warten bis sie im Preis sinken und es sich mehr lohnt“, sagte die Projektleiterin der Stadtwerke Wedel.

Solange fließt der nicht verbrauchte Strom von Ringwald an die Stadtwerke, die ihn in ihr Netz einspeisen. Ringwald erhält – wie im Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) geregelt, eine feste Vergütung. Diese betrage derzeit 12,75 Cent pro Kilowattstunde. „Für den Kunden ist der Strompreis langfristig kalkulierbar und die Stadtwerke können mit dem Überschussstrom ihre lokale Stromerzeugung aus regenerativen Energien steigern“, erläuterte Schmitt, die in Kürze die nächsten Anlagen in Betrieb nehmen wird. Aktuell seien sieben Anlagen in der Rolandstadt und den Marschgemeinden beauftragt.

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